EU-Holzverordnung: Was hat sie bewirkt?

Gartenmöbel, Spielzeuge, Musikinstrumente. Immer mehr Unternehmen lassen ihre im Ausland bestellte Ware darauf untersuchen, ob sie aus legal gehandeltem Holz besteht.

Vor über einem Jahr, am 3. März 2013 verabschiedeten das EU-Parlament und der Rat der EU eine Holzhandelsverordnung, die den Import und den Handel mit illegal geschlagenem Holz und daraus hergestellten Produkten verbietet.

 

Bildunterschrift: Unternehmen müssen darauf achten, dass die Gartenmöbel, die sie verkaufen, nicht aus illegalem Holz gebaut sind. Foto: flickr cc/sozl

Nun fand im Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte ein Workshop statt, bei dem es um die Frage ging, ob sich nach einem Jahr schon Veränderungen auf dem Markt abzeichnen. „Importeure, Holzhändler, aber auch Baumärkte und Discounter sind zunehmend sensibilisiert für das Problem des illegalen Holzeinschlags, vor allem im Bereich Tropenholz“, berichtet Dr. Gerald Koch vom Thünen Institut für Holzforschung.

 

Experten des Thünen-Instituts bestimmen Holzarten

 

Das Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte ist Anlaufstelle für Fragen zum Artenschutz bei Holz. Mit Hilfe von ca. 50.000 mikroskopischen Präparaten als Referenzmaterial weist das Zentrum nach eigener Angabe Herkunft und Art von Holz und Holzprodukten zweifelsfrei nach. Im vergangen Jahr berichtete global° über die Holzexperten des Thünen-Instituts, die auf einer Gitarrenmesse nach Instrumenten suchten, die illegal gehandelte Hölzer enthielten. Die Aufklärungsarbeit scheint Erfolge zu zeigen.

„Im vergangenen Jahr hat mein Team deutlich mehr Einsendungen von Holzmustern bekommen mit der Bitte, die Holzart zu bestimmen“, erläutert Koch.

Obwohl immer mehr Unternehmen ihre Sorgfaltspflicht im Zusammenhang mit den Hölzern einhalten, gibt es weiterhin Verstöße. Das berichtet Jörg Appel von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Die BLE ist dafür zuständig zu prüfen, ob die Regelungen der neuen Verordnung erfüllt werden. In den Monaten März bis Dezember hätten die Inspekteure der BLE rund 150 Prüfungen vorgenommen, so Appel. Bei 25 Prüfungen zeigten sich Verstöße, vor allem bei der Beachtung der Sorgfaltspflichten.KAM

 

 

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