EU will Emissionshandel effizienter gestalten

Foto: Sven Schneider.

Klimaschutzziele der Europäischen Union und der Handel mit Emissionsrechten. Der im Jahr 2005 begonnene europäische Handel mit Emissionsrechten hatte zum Ziel, den Klimaschutz in Europa zu revolutionieren und sich dabei marktwirtschaftlicher Methoden zu bedienen. Zwei scheinbare Gegensätze sollten dabei vereint werden: Ein Unternehmen, das sich für die eigene Begrenzung des Schadstoffausstoßes engagierte, sollte damit auch Gewinne erzielen können.

Hierzu sollten die Unternehmen Zertifikate erhalten, die sie zu einem festgelegten Ausstoß an klimaschädlichen Gasen berechtigten – eine Tonne Kohlendioxid pro Zertifikat. Wer nun seinen Ausstoß an Schadstoffen durch die Investition in klimafreundlichere Technologien begrenzen konnte, war in der Lage die ihm zugeteilten Zertifikate am Markt gewinnbringend an andere Unternehmen zu verkaufen, die aufgrund ihrer Produktion am Zukauf weiterer Verschmutzungsrechte interessiert waren. Umweltschutz sollte sich so direkt bezahlt machen.

 

EU zweifelt am Wert des Emissionshandels

 

So der Plan. Sieben Jahre später ist der Nutzen des Emissionshandels heftig umstritten. Ein Überangebot an Zertifikaten sorgte dafür, dass Unternehmen ihr Recht auf Schadstoffausstoß zu Dumping-Preisen erwerben konnten und es auf der Gegenseite für viele Unternehmen keinen Anreiz gab, ihren Ausstoß klimaschädlicher Gase zu begrenzen. Die Europäische Kommission will den Handel mit Emissionszertifikaten deshalb nun reformieren. Die Verknappung der zur Versteigerung zur Verfügung stehenden Zertifikate soll deren Preis bis 2020 von derzeit 6 Euro pro Tonne Kohlendioxid auf 40 Euro steigen lassen. Die für den Eingriff in den Emissionsrechtehandel notwendigen Entscheidungen möchte die EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard noch vor der nächsten Auktionierungsphase Anfang 2013 gefällt wissen. Nun sind zunächst die Parlamente der europäischen Mitgliedsstaaten sowie das Europäische Parlament aufgefordert, der EU-Kommission entsprechende Eingriffe zu gestatten.

Der Emissionshandel soll sicherstellen, dass das von der Europäischen Union geplante Klimaziel zur Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoßes bis 2020 erreicht wird. Demnach soll dieser verglichen mit dem Niveau des Ausstoßes von 1990 um 20 Prozent gesenkt werden. Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse belegen, dass trotz der Bemühungen schon jetzt ein globaler Temperaturanstieg von zwei Grad nicht mehr zu stoppen ist.

 

Europäer müssen aktiv das Kima schützen

 

Die Europäer haben einen entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung. Wenn Politik und Unternehmen nicht jetzt handeln, könnte das Szenario möglicherweise auch noch bedrohlicher ausfallen als bisher angenommen. Vor diesem Hintergrund ist es sicherlich sinnvoll, den Handel mit Verschmutzungsrechten neu zu gestalten und ihn letztlich nicht zu einer Alibi-Veranstaltung verkommen zu lassen.

 

Lesen Sie auch:

SPD macht EU Druck beim Klimaschutz

Neue ambitionierte Klimaziele für die EU

Most Wanted

Screenshot: mtotonewsblog.wordpress.com

Kenia: Dieses Mädchen will eine Million Bäume pflanzen

Ellyanne Wanjiku kämpft in Afrika für eine grünere und bessere Welt. Die neunjährige Ellyanne...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Michael Kauer

Umweltzonen schützen Gesundheit

Umweltzonen zeigen Wirkung: „Durch einen signifikanten Rückgang der Belastung mit Feinstaub (PM10)...


Neu im global° blog

Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Screenshot: ARD-Video

Alpendämmerung – Europa ohne Gletscher

Die Alpengletscher sind nicht mehr zu retten, wann der letzte Gletscher verschwunden ist, scheint...


Foto: DZ-4 GmbH

Der Solarboom kommt

Der richtige Solarboom kommt erst noch: Warum aktuelle Trends für eine Revolution im deutschen...


Folgen Sie uns: