Europäer setzen wieder auf starke Militärs

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Alles andere als erfreulich: Die Staaten drehen wieder an der Rüstungsspirale. „Beinahe alle europäischen Staaten (Ost und West) geben mehr Geld für ihr Militär aus. Gestiegen sind die Anzahl des militärischen Personals und der Großwaffensysteme“, heißt es in einer Pressemeldung zum aktuellen Globale Militarisierungsindex (GMI) 2018.

Der Globale Militarisierungsindex bildet alljährlich das relative Gewicht des Militärapparats von Staaten im jeweiligen Verhältnis zur Gesellschaft als Ganzes ab. Der GMI 2018 umfasst 155 Staaten und basiert auf den aktuellsten vorliegenden Zahlen, in der Regel sind das die Daten des Jahres 2017.

Die Studie listet Daten über Soldaten und Waffenarsenale weltweit mit Hilfe des Freedom House Index sowie des Polity IV Project auf und schließt daraus auf das Verhältnis zwischen dem Militarisierungsgrad von Staaten und ihrem politischen System.

 

Russland bleibt weiter einer der am stärksten militarisierten Staaten

 

Seit der russischen Annexion der Krim 2014 und des gewaltsamen Konflikts in der Ostukraine verschlechtern sich die Beziehungen zwischen der NATO und Russland massiv, heißt es in der Meldung. Aktuell rief die Ukraine das Kreigsrecht aus undmobilisierte seine Armee.

Der GMI 2018 zeichnet diese Lage nach. „Der US-amerikanische Druck auf die europäischen NATO-Staaten, ihre Militärhaushalte zu erhöhen, zeigt Auswirkungen“, kommentieren die Autoren den Trend: In 25 der 28 EU-Mitgliedstaaten stieg demnach die Militarisierung an.

„Die Anzahl des militärischen Personals und der Großwaffensysteme wuchs in vielen EU-Staaten teilweise deutlich“, heißt es in der Meldung. Angeschafft wurden vor allem Panzer und gepanzerte Mannschaftstransporter. Speziell die östlichen NATO-Staaten bauten die Stärke der Streitkräfte aus. Russland reduzierte zwar auf Grund seiner schwierigen wirtschaftlichen Lage im Vergleich zum Vorjahr seine Militärausgaben deutlich. „Dennoch zählt Russland – wie in den Jahren zuvor - zu den weltweit am stärksten militarisierten Staaten (2018 GMI-Platz 6; 2017 GMI-Platz 4)“, stellen die auroren des Berichts, Max Mutschler und Marius Bales, fest.

„Das Misstrauen in Europa ist gewachsen. Große Militärmanöver wie im Jahr 2018 können als wechselseitige Demonstrationen militärischer Stärke verstanden werden“, erläutern die Autoren.

Der Militarisierungsgrad der Ukraine stieg demnach ebenfalls um einen Platz auf Position 14, was den Militarisierungstrend seit 2014 fortsetzt. „Wir sehen diesen Trend im Zusammenhang mit der Entwicklung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, der gerade eine erneute Zuspitzung erlebt“, unterstreichen die Autoren.

 

Spitzenplätze der Militarisierung: Naher und Mittlerer Osten dominieren

 

Die Staaten Israel, Singapur, Armenien, Zypern, Südkorea, Russland, Griechenland, Jordanien, Brunei und Weißrussland führen den GMI 2018 an (Position 1 bis 10). „Diese Staaten stellen dem Militär im Verhältnis zu anderen gesellschaftlichen Bereichen besonders viele Ressourcen zur Verfügung“, erläutern die Autoren.

 

 

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Trotz zurückgehender Einnahmen aus dem Erdölhandel ist die Militarisierung im Nahen und Mittleren Osten im internationalen Vergleich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Alle Staaten dieser Region, mit Ausnahme des Iraks (Platz 41), sind unter den 30 am stärksten militarisierten Ländern der Welt zu finden. „Politische und religiöse Rivalitäten sowie mehrere bewaffneter Konflikte mit sehr hoher Intensität (u. a. im Jemen, Irak und Syrien) sind die Treiber dieser hohen Militarisierung“, analysieren die Autoren.

Der diesjährige GMI betrachtet auch die möglicher Zusammenhänge zwischen besonders hoher beziehungsweise besonders niedriger Militarisierung und dem politischen System der betreffenden Staaten. Er bezieht sich dabei auf die Daten des Freedom House Index und des Polity IV Project am Center for Systemic Peace. Unter den besonders hoch militarisierten Staaten sind deutlich mehr unfreie Staaten und Autokratien zu finden, als unter den besonders gering militarisierten. „Eine mögliche Erklärung wäre, dass sich die autokratischen Eliten in unfreien Staaten oftmals auf ein starkes Militär stützen, um ihre Herrschaft zu sichern“, schätzen die Autoren.


red

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