26.06.2019

Fair Fashion: Mit Mode die Welt verbessern

Foto: venimo/Shutterstock

Was „Fair Trade“ ist, wissen inzwischen auch weniger Umweltbewusste. Das blau-gelbe Siegel findet sich heutzutage nicht nur in Bioläden, sondern auch in herkömmlichen Supermärkten. Allgemein steht Fair Trade für ein Handelsnetzwerk, in dem alle Teilnehmer unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten und leben.

So sollen beispielsweise auch Kleinbauern und Fabrikarbeiter Anspruch auf Mindestlohn und ein Recht auf Selbstbestimmung haben.

Anfänglich war dieses Projekt weitestgehend auf die Lebensmittelindustrie beschränkt. Am häufigsten sehen wir das Fair-Trade-Siegel in Geschäften auf Produkten wie Kaffee oder Schokolade. Aktuell befindet sich das Konzept jedoch auch in der Textilbranche auf dem Vormarsch. Anstelle billiger Massenware setzen immer mehr Designer auf sogenannte „Fair Fashion“.

Aber anhand welcher Kriterien erkennt man „faire“ Mode? Wo gibt es sie zu kaufen? Und warum lohnt sich das überhaupt? Antworten auf all diese Fragen können Sie hier nachlesen.

 

Wie teuer ist Fair Fashion?

 

Qualität hat immer ihren Preis. Obst und Gemüse, das unter strengen Vorgaben ökologisch angebaut wird, kostet natürlich mehr als gespritzte und genmanipulierte Erzeugnisse aus dem Discounter. Ebenso bringen „faire“ Kleidungsstücke einen höheren Aufwand bei der Herstellung mit sich, wofür Kunden entsprechend zahlen müssen.

Unabhängig von der Branche gilt also die Gleichung: Hohe Qualität + hohe Transparenz = höhere Preise.

Allerdings macht sich der finanzielle Mehraufwand bei Fair Fashion nur im Vergleich zu Fließbandware bemerkbar. Wer ständig auf der Suche nach dem besten Schnäppchen ist, muss sich meistens mit minderwertigen Klamotten zufriedengeben. Alle, die ohnehin lieber in Einzelstücke mit langfristigem Mehrwert investieren, müssen für faire Mode nicht mehr ausgeben als sonst auch. In einem entsprechenden Online-Shop mit Gütesiegel finden Sie eine breite Auswahl an Kleidern aus natürlichem Leinenmaterial zu moderaten Preisen. Mit einem solchen Kauf verpassen Sie nicht nur Ihrem Kleiderschrank ein Update, sondern unterstützen gleichzeitig auch soziale Projekte wie beispielsweise die WOMEN FOR WOMEN FOUNDATION in Kambodscha.

 

Was ist Fair Fashion?

 

Grafik: shutterstock/Swapan Photography

Genau wie Fast Food gibt es auch den Begriff Fast Fashion. Zu dieser Kategorie zählen Modeexperten alle Kleidungsstücke, die möglichst schnell und einfach für eine Saison hergestellt werden.

Meist hängen solche Produkte nur für wenige Wochen in den Läden, bevor schon wieder der nächste Trend angesagt ist. Zwar genießen wir dadurch eine scheinbar grenzenlose Auswahl zu Schnäppchenpreisen. Doch dafür müssen die Hersteller auf bedenkliche Mittel zurückgreifen. Große Textilkonzerne lagern die Produktion meist in Dritte-Welt-Länder aus, in denen sie weitaus weniger rechtliche Vorschriften befolgen müssen. Allgemein gilt: Je billiger ein Kleid, desto billiger die Arbeitskräfte.

Die Leidtragenden sind also diejenigen am untersten Ende der sozialen Hierarchie. Während einfache Arbeiter gesundheitsbelastenden oder sogar lebensbedrohlichen Umständen ausgesetzt sind, reicht ihr Lohn oft nicht einmal für essenziellste Notwendigkeiten. Doch Fast Fashion ist nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht fragwürdig. Darüber hinaus trägt sie in erheblichem Maße zur Zerstörung unserer Natur bei. Die Massenproduktion von Textilien belastet die Umwelt vor allem durch folgende Faktoren:

  • Verwendung von giftigen Chemikalien, die das Abwasser in den Herkunftsländern verschmutzen und außerdem zu Hautkrankheiten führen
  • Verschleiß nicht erneuerbarer Rohstoffe wie Baumwolle und Erdöl, das zur Herstellung von Polyester benötigt wird
  • Textilabfall von durchschnittlich 20kg pro Bewohner im Jahr in Europa – mit steigender Tendenz.
  • Um die verheerenden Folgen der Fast Fashion einzudämmen, kann jeder Einzelne von uns einen Beitrag leisten. Der erste Schritt auf dem Weg zu einer gesünderen Zukunft besteht darin, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen und über sinnvolle Alternativen nachzudenken. Muss ich mir im Sommerschlussverkauf wirklich fünf Shirts zum Preis von einem kaufen? Oder entscheide ich mich stattdessen für ein einzelnes Stück, für das keine wertvollen Rohstoffe verschwendet und keine Arbeitskräfte ausgebeutet wurden? Fair Fashion steht für nachhaltige Mode, die bewusst und seltener gekauft wird. Dabei sollten Kunden vor allem zwei Aspekte im Blick haben:

  • Umweltfreundlichkeit: = Verbot von gefährlichen Chemikalien, Verwendung von Naturfasern (z.B. Leinen), regelmäßige Schadstoffkontrollen
  • Sozialverträglichkeit: = Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, keine Diskriminierung am Arbeitsplatz, geregelte Arbeitszeiten, Recht auf Mitbestimmung
  •  

    Woran erkennt man Fair Fashion?

     

    Ähnlich wie bei Bio-Siegeln im Supermarkt gibt es auch für Fair Fashion keine einheitlichen Standards. Angesichts der Flut an Werbeversprechen sollten sich Kunden vor dem Kauf genau informieren, welche Ideologie hinter einem Logo steckt. In der folgenden Übersicht finden Sie alle Zertifikate, die aktuell höchste Qualitätsansprüche in Bezug auf Nachhaltigkeit und Fairness garantieren:

  • Global Organic Textile Standards (GOTS)
  • Internationaler Verband Naturtextilwirtschaft (IVN)
  • Fairtrade Cotton & Fairtrade Textil
  • Bluesign
  • Naturland
  • Fair Wear Foundation (FWF)
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    Melanie Wagner

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