Feldheim - Dorf schafft Energiewende im Alleingang

Foto: Flickr/SimplyInfo

Ein kleines Dorf irgendwo in den weiten Agrarlandschaften an der Grenze Brandenburg – Sachsen-Anhalt sorgt für Aufsehen. Die knapp 150 Einwohner von Feldheim haben es nämlich geschafft, ihr Dorf Energie-unabhängig zu machen, indem sie einfach Strom und Wärme vor der eigenen Haustür produzieren.

Ein Mix aus Windenergie, Photovoltaik und Biomassekraftwerken sorgt dafür, dass den Feldheimern nicht das Licht ausgeht beziehungsweiße die Füße kalt werden.

 

100 Prozent erneuerbare Energien

 

Die insgesamt 43 Windräder mit einer Leistung von 74,1 MW bilden das Rückgrat der lokalen Stromversorgung. Wärme wird von der ortsansässigen Biogasanlage produziert. Sollte dessen Kapazität nicht ausreichen, gibt es auch noch ein Holzhackschnitzel-Heizwerk. Auch der nahe gelegene Solarpark Selterhof produziert fleißig grünen Strom. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass einmal Sonne und Wind gleichzeitig ihren Dienst versagen, wird in Zukunft ein Batteriespeicher Defizite ausgleichen. Dieser kann dann zwei Tage lang das Dorf mit ausreichend Energie versorgen.

Foto: Flickr/linksfraktion

 

30 Prozent weniger Kosten

 

Den Strom aus dem öffentlichen Netz, der größtenteils aus fossilen Energien oder gar Atomkraft hergestellt wird, brauchen die Feldheimer nicht mehr zu nutzen. Das hat den Vorteil, dass sie sich auch um die steigenden Strompreise keine Sorgen mehr zu machen brauchen. Zwar mussten die Einwohner des Dorfes erst einmal kräftig in ihre Unabhängigkeit investieren - 3000 Euro hat jeder für den Aufbau der des Energienetzes beigesteuert - doch das zahlt sich jetzt aus: Insgesamt 30 Prozent weniger als der Durchschnitts-Deutsche muss ein Feldheimer zahlen. Auch die Investition in die Biogas-Anlage hat sich gelohnt: Zum einen können hier allerlei landwirtschaftliche Abfälle entsorgt werden, zum anderen sinken dadurch die Heizkosten um 10 Prozent.

 

Arbeitsplätze für die Region

Neben Kosteneinsparung gibt es noch einen weiteren positiven Nebeneffekt der Energieautarkie: In der traditionell von Arbeitslosigkeit geplagten Region wurde durch dieses Projekt 30 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Energiequelle GmbH, Eigentümer des Stromnetzes beschäftigt diese mit der Planung, dem Bau und der Wartung der Anlagen. Da Erneuerbare-Energien-Projekte immer auch Investitionen des Staates nach sich ziehen, ist deren langfristige Beschäftigung gesichert.

Jedes Jahr kommen tausende Besucher nach Feldheim, um das erste Energieautarke Dorf Deutschlands zu bewundern. Hoffentlich finden sich bald zahlreiche Nachahmer, die dieses ökologisch wie ökonomisch vorbildliche Energiekonzept auch in ihrem Heimatort realisieren wollen.

 

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