Gen-Futtermais illegal auf Europas Agrarmarkt

Foto: ap/Laurentiu Pscheidt

Illegal auf dem EU-Markt: Eine gentechnisch veränderte Maissorte soll laut Testbiotech ohne EU-Zulassung in Europa auf dem Markt gelandet sein. Die Verbraucherschutz-Organisation hat darüber EU-Kommissar Tonio Borg informiert, teilt sie in einer Pressemeldung mit.

Produziert wird der SmartStax-Mais von den beiden Firmen Monsanto sowie Dow AgroSciences. In die Sorte wurden laut Testbiotech „sechs verschiedene Insektengifte“ eingebaut. Außerdem soll der Mais „gegenüber zwei Unkrautvernichtungsmitteln resistent“ sein.

2010 bewertete die EU Lebensmittelbehörde EFSA das Ackerprodukt. Die Risikobewertung, schreibt Testbiotech sei umstritten, SmartStax bis heute daher auch noch nicht auf Europas Agrarmarkt erlaubt.

 

Testbiotech: „US-Bauern exportieren Gen-Mais illegal nach Europa“

 

SmartStax wird in den USA auf Millionen von Hektar angebaut. Aus den USA wurden in den letzten Jahren insgesamt über eine Million Tonnen Mais in die EU importiert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass SmartStax auch in der EU in großen Mengen auf den Markt gelangt ist“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Falls von den US-Importeuren nicht nachgewiesen werden kann, dass ihre Lieferung frei von SmartStax-Mais ist, sind die Maislieferungen zu stoppen.“

In den USA wird der Futtermais seit 2009 angebaut. „Seitdem haben die Maisimporte aus den USA in die EU deutlich zugenommen“, schreibt Then. Allein 2011 seien nach seinen Angaben mehr als 800.000 Tonnen importiert worden.

Eigentlich, so die Verbraucherschützer, müsste die Ernte der Gentech-Maissorte separat erfasst und extra gehandelt werden. Eine Kontrolle bei der Einfuhr nach Europa aber sei praktisch kaum möglich: „Möglichkeiten zur wirksamen Kontrolle gibt es nicht, da der Mais zumindest mit üblichen Tests nicht eindeutig nachgewiesen werden kann“, schreibt Testbiotech. SmartStax bestehe aus gentechnisch veränderten Mais-Varianten, die bereits als einzelne Pflanzen zugelassen wurden, und „kann daher bei Kontrollen nicht sicher identifiziert werden“.

Die Anschuldigungen wiegen schwer. Die Industrie könne darauf vertrauen, so Testbiotech dass illegale Importe nicht bemerkt würden. „Es ist zu befürchten, dass SmartStax bereits in erheblichen Mengen auf den Markt der EU gelangt ist.“ Da die EU-Kommission den Mais weder zugelassen noch wirksame Maßnahmen ergriffen habe, um entsprechende Importe zu verhindern, „muss davon ausgegangen werden, dass große Anteile der US-Mais-Importe gegen geltendes Recht der EU verstoßen“, argumentiert Testbiotech.

 

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