Grundeinkommen viel günstiger als behauptet

FOto: Pixabay CC/PublicDOmain

Grundeinkommen - "geht doch", behauptet eine britische Wissenschaftlerin. Elizaveta Fouksman sagt: Das kostet sogar viel weniger als viele Skeptiker heute immer vorrechnen.

"Eine angebliche Unfinanzierbarkeit ist ein beliebtes Argument gegen die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens. Doch dieses kostet viel weniger, als man vielleicht glaubt", schreibt die Agentur Pressetext über Fouksman Forschung.

Elizaveta Fouksman arbeitet am African Studies Center der Universität Oxford. Sie ist dort Expertin für Internationale Entwicklung. Sie argumentiert: Zu einfache Berechnungen seien der Grund, warum die realen Kosten für ein bedingungsloses Grundeinkommen stark überschätzt würden

 

Geld für alle: Aufwand ist geringer als bisher stets gedacht

 

Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde keine große Bürokratie oder lästige Fragen nach dem Einkommen von Armen erfordern, zitiert die Agentur aus den Arbeiten der Forscherin. Das Ausfüllen umfangreicher Formulare falle weg, wenn man seinen Job verliere, eine andere Karriere anstrebe oder sich mehr Zeit nehmen wolle für seine Familie, so die Entwicklungsexpertin. Das Geld fließe in jedem Fall.

Ein Grundproblem mit dieser Idee des bedingungslosen Grundeinkommens sei aber, dass weder deren Kritiker noch Verfechter so recht wüssten, was ein solches System wirklich koste. Viele rechnten daher ganz einfach. Sie multiplizierten den monatlichen Bedarf, beispielsweise 1.000 Euro, mit der Bevölkerungszahl. "Und - voilà - es ergibt sich eine Summe, die immens erscheint", schreibt Fouksman.

Der wirkliche Aufwand liege aber weit unter den so errechneten Zahlen, so die Expertin. Als Beispiel nimmt sie dabei einen Raum mit 15 Personen. Jede soll zwei Britische Pfund bekommen. Der Gesamtaufwand liege also bei 30 Pfund. Die zehn reichsten im Saal werden gebeten, je drei Pfund beizusteuern, was in der Summe 30 Pfund macht. Wenn jetzt an alle je zwei Pfund ausgezahlt werden, haben die Reichen jeweils einen Pfund verloren. Die wirklichen Kosten lägen also bei zehn Pfund.

 

 

BGE – eine radikale Steuerreform

Der Ökonom Thomas Straubhaar warnt vor einer Spaltung der Gesellschaft und einem Gerechtigkeitsproblem. Straubhaar mahnt, es sei höchste Zeit, sich über Fragen der Verteilung Gedanken zu machen und alle Bürger an den Erfolgen teilhaben zu lassen.

weiter...

 

Tatsächlich sei das mit vielen heutigen Systemen, die letztlich eine Umverteilung beinhalten, vergleichbar. Um öffentliche Ausgaben, etwa für Infrastruktur oder Bildungswesen, zu finanzieren, zahlen die, die viel Geld verdienen, hohe Steuern. Diejenigen, die ein geringes Einkommen haben, zahlen wenig oder gar nichts.

Fouksman verweist auf eine Schätzung des Ökonomen und Philosophen Karl Widerquist, nach der ein Grundeinkommen von 12.000 Dollar für jeden Erwachsenen und 6000 Dollar für jedes Kind in den USA pro Jahr gerade mal 539 Mrd. Dollar pro Jahr kosten würden. Das seien ganze drei Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts - und weit weniger als die Bruttokosten von drei Bio. Dollar.

"Das ist bezahlbar", sagt die Autorin.


red

Most Wanted

Foto: PixabayCC/PublicDomain/Wynn Pointaux

Kein EU-Staat ist Musterschüler beim Klimaschutz

Die Staaten der EU hinken allesamt beim Klimaschutz ihren Ansprüchen hinterher. Das zeigt jetzt die...


Vom Mehrwert guter Arbeit

Gesundheitsförderung in Unternehmen gewinnt an Bedeutung. Wenn immer mehr Ältere arbeiten oder der...


Screenshot: Video "The Amazon FACE project"

Auswirkungen des Klimawandels auf den Regenwald

Der Regenwald speichert große Mengen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2. Doch leider werden...


Neu im global° blog

Screenshot: Video

Geburtsvideo zur Europawahl 2019

Es ist inzwischen schon üblich, dass das EU-Parlament im Vorfeld von Europawahlen ein Video...


Foto: extinctionrebellion.de

Extinction Rebellion Germany: „HOPE DIES – ACTION BEGINS“

„HOPE DIES – ACTION BEGINS“ – „Die Hoffnung stirbt – das Tun beginnt“ so lautet der Titel eines...


Foto: weltnetz.tv / Pressenza

Dokumentarfilm: Gaby Weber über den Schmierstoff des Kapitalismus – Geld

Vermögensverwalter wie BlackRock sind keine Heuschrecken sondern jeder für sich ein Tyrannosaurus...


Folgen Sie uns: