Grundeinkommen viel günstiger als behauptet

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Grundeinkommen - "geht doch", behauptet eine britische Wissenschaftlerin. Elizaveta Fouksman sagt: Das kostet sogar viel weniger als viele Skeptiker heute immer vorrechnen.

"Eine angebliche Unfinanzierbarkeit ist ein beliebtes Argument gegen die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens. Doch dieses kostet viel weniger, als man vielleicht glaubt", schreibt die Agentur Pressetext über Fouksman Forschung.

Elizaveta Fouksman arbeitet am African Studies Center der Universität Oxford. Sie ist dort Expertin für Internationale Entwicklung. Sie argumentiert: Zu einfache Berechnungen seien der Grund, warum die realen Kosten für ein bedingungsloses Grundeinkommen stark überschätzt würden

 

Geld für alle: Aufwand ist geringer als bisher stets gedacht

 

Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde keine große Bürokratie oder lästige Fragen nach dem Einkommen von Armen erfordern, zitiert die Agentur aus den Arbeiten der Forscherin. Das Ausfüllen umfangreicher Formulare falle weg, wenn man seinen Job verliere, eine andere Karriere anstrebe oder sich mehr Zeit nehmen wolle für seine Familie, so die Entwicklungsexpertin. Das Geld fließe in jedem Fall.

Ein Grundproblem mit dieser Idee des bedingungslosen Grundeinkommens sei aber, dass weder deren Kritiker noch Verfechter so recht wüssten, was ein solches System wirklich koste. Viele rechnten daher ganz einfach. Sie multiplizierten den monatlichen Bedarf, beispielsweise 1.000 Euro, mit der Bevölkerungszahl. "Und - voilà - es ergibt sich eine Summe, die immens erscheint", schreibt Fouksman.

Der wirkliche Aufwand liege aber weit unter den so errechneten Zahlen, so die Expertin. Als Beispiel nimmt sie dabei einen Raum mit 15 Personen. Jede soll zwei Britische Pfund bekommen. Der Gesamtaufwand liege also bei 30 Pfund. Die zehn reichsten im Saal werden gebeten, je drei Pfund beizusteuern, was in der Summe 30 Pfund macht. Wenn jetzt an alle je zwei Pfund ausgezahlt werden, haben die Reichen jeweils einen Pfund verloren. Die wirklichen Kosten lägen also bei zehn Pfund.

 

 

BGE – eine radikale Steuerreform

Der Ökonom Thomas Straubhaar warnt vor einer Spaltung der Gesellschaft und einem Gerechtigkeitsproblem. Straubhaar mahnt, es sei höchste Zeit, sich über Fragen der Verteilung Gedanken zu machen und alle Bürger an den Erfolgen teilhaben zu lassen.

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Tatsächlich sei das mit vielen heutigen Systemen, die letztlich eine Umverteilung beinhalten, vergleichbar. Um öffentliche Ausgaben, etwa für Infrastruktur oder Bildungswesen, zu finanzieren, zahlen die, die viel Geld verdienen, hohe Steuern. Diejenigen, die ein geringes Einkommen haben, zahlen wenig oder gar nichts.

Fouksman verweist auf eine Schätzung des Ökonomen und Philosophen Karl Widerquist, nach der ein Grundeinkommen von 12.000 Dollar für jeden Erwachsenen und 6000 Dollar für jedes Kind in den USA pro Jahr gerade mal 539 Mrd. Dollar pro Jahr kosten würden. Das seien ganze drei Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts - und weit weniger als die Bruttokosten von drei Bio. Dollar.

"Das ist bezahlbar", sagt die Autorin.


red

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