Immer mehr Länder brauchen Nahrungsimporte

Weizenernte: In vielen Ländern nicht mehr möglich Foto: Wikimedia CC/CC-BY-SA-3.0/ M. Gäbler

Düstere Prognose: Not in Sicht! Der Titel einer neuen Worldwatch-Studie bringt die Gefahr für immer mehr Menschen auf den Punkt: „Mehr Nahrungsmittel-Handel – weniger Selbstversorgung“. Der Welt droht Hunger.

Bebaubares Land und ausreichend Wasser sind die Voraussetzungen, um genügend Felder mit Lebensmittelpflanzen zu bestellen und für eine wachsende Bevölkerung auf dem Planeten Erde sowie deren Nutztiere genügend Nahrung zu ernten. Beides aber wird immer knapper. Das zeigt die aktuelle Studie des Washingtoner Worldwatch Institute.

 

Zahl der Importnationen von Nahrung explodiert geradezu

 

Die bittere Konsequenz: Immer mehr Länder sind auf den Import von Grundnahrungsmittel wie Getreide angewiesen. Worldwatch-Autor Gary Gardner zählt einen anstieg solcher Einfuhren um das Fünffache seit Beginn der 1960er-Jahre: „2013 mussten 77 Nationen oder mehr als ein Drittel aller Länder mindestens ein Viertel ihrer benötigten Ernterationen in anderen Ländern zukaufen.“ Die Zahl der Exportländer kletterte lediglich um 6 Länder.

In 62 Ländern der Erde wird fruchtbares Land allmählich knapp. In weiteren 22 können Bauern nicht genug Wasser aus dem Untergrund pumpen, um die Felder zu besprengen und damit die Ernten zu garantieren, schreiben die Wissenschaftler des WI in der Studie. Zudem gehe immer noch zu viel Ackerland verloren: Es werde mit Häusern, Fabriken oder Straßen bebaut. Eine im Wissenschaftsblatt Nature veröffentlichte Studie beziffere die Ausbeutung des Grundwassers: 20 Prozent der Reserven würden schneller ausgebeutet als sie sich auf natürliche Weise regenerierten.

 

„Land grabbing“ macht aus Bauern hungernde Tagelöhner

 

Das größte Übel nennt das Worldwatch Institute aber: land grabbing – den Ausverkauf fruchtbarer Äcker an Bodenspekulanten. Weite Landstriche Afrikas und Asiens fallen so in die Hände reicher Investoren. Die vertreiben Kleinbauern. Denen bleibt oft nur die Arbeit als Tagelöhner – und der Hunger, weil sie jetzt weder Land zum Bebauen noch Geld zum Kauf von Nahrung haben.


pit

 

 

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