Jung-Erfinder: Roboter reinigt Sonnen-Dächer

Foto: Solarbrush

Noch ist Ridha Azaiz Maschinenbau-Student in Aachen. Nebenbei erfindet der 27-Jährige Deutsch-Tunesier mit Unterstützung der Bosch-Stiftung einen Roboter. Der reinigt Solarmodule. „Denn Staub“, sagt der Jung-Ingenieur, „behindert die Effizienz der Sonnenstrom-Ausbeute.“ Sein großes Ziel: Er will eine Firma finden, die er überzeugen kann, mit ihm bei der Produktion und Vermarktung seiner Erfindung zu kooperieren. Als Markt hat Azaiz vor allem die großen Kollektorenfelder in den Sandwüsten Arabiens im Auge.

Sein Können hat er schon als Zwölfjähriger bewiesen. Damals siegte er bei Jugend forscht. 1998 baute er seinen ersten Roboter. Die Maschine gleitet geräuschlos über die Kollektorfläche und bürstet Staub und Sand weg. „Damals“, sagt er heute, „war der Markt für Solaranlagen noch sehr klein.“

Heute sieht er mehr Chancen. „Das Interesse an einer effizienten Nutzung der Sonnenenergie ist sehr groß“, sagt er bei der Vorstellung seiner Erfindung bei der Woche der Umwelt in Berlin, „mich erreichen zahlreiche Anfragen aus aller Welt.“

Sein Einstieg ins Jung-Unternehmertum war „quasi als Nebentätigkeit“. In einer Arbeitsgruppe der Fachhochschule Technikum Wien half er bei der Entwicklung eines Kletterroboters. Auch wenn ihn viele zu Beginn einen „Spinner“ nannten, heute entwickelt Ridha Azaiz auch einen Roboter, der mit Saugnapf-Hilfe auch schräge Solaranlagen auf Hausdächern reinigen kann.

Er blieb seiner Idee immer treu. „Viele Firmen lehnten das Produkt anfangs ab, weil sie behaupten, Reinigung müsse nicht sein“, erzählt er. Aber wenn, wie auf der kommenden Intersolar in München, die Aussteller als einen Zielmarkt die Länder der MENA-Region ins Auge fassen, dürfte Azaiz mit seinem Reinigungsroboter auf großes Interesse stoßen.

Ausgezeichnet wurde sein Roboter jedenfalls auch schon: Im Herbst 2010 gab’s dafür den Clean Tech Award des Nachhaltigkeitsrats.

 

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