Supermarkt entdeckt Mangel als Marktlücke

Kampagne für "unschöne" Lebensmittel in Kanada Foto: Naturally imperfect campaign

Mangel als Marktlücke: Der kanadische Supermarkt-Riese Loblaw Companies Ltd entdeckt den Wert krummer Gemüse und schadhaften Obsts. Der Marktführer unter den Discountern bietet die Früchte jetzt 30 Prozent günstiger als formschöne Norm-Ware an.

Was auch in Deutschland inzwischen – leider meist nur kleine und lokale Initiativen – entdeckten, greift der Kanada-Discounter im großen Stil auf. Kaum wärmt die erste Frühjahrs-Sonne, da erwärmt sich Loblaw Companies Ltd für die bislang als Ausschuss entsorgten Kartoffeln und Äpfel der Bauern. Der Händler startete Anfang März seine neue Naturally Imperfect-Kampagne („Natürlich Unperfekt“) und lockt Kunden zum Kauf der vermeintlichen Makel-Produkte mit einem extra-Dumpingpreis: minus 30 Prozent.

 

Aktion gegen Hunger und Lebensmittel auf der Müllkippe

 

Die kanadischen Discounter willen damit den wachsenden Müllberg reduzieren, auf dem in Nordamerika Tonnen gesunder Lebensmittel landen nur weil sie nicht aussehen wie aus dem Regelbuch der Food-Normisten. Die Ware verkauft Loblaw Companies Ltd unter dem Label „no name“ (ohne Name).

„Wir schauen zu oft auf Äußerlichkeit und achten dabei nicht auf Geschmack“, beklagt sich Loblaw-Vorstandsmitglied Ian Gordon, Das werde die Kampagne korrigieren, ist er sicher.

Vom günstigen Preis profitieren nach Schätzungen amerikanischer Lebensmittel-Marktbeobachter etwa 15 Prozent der – vorwiegend ärmeren – Haushalte. Sie können sich bislang kein gesundes, da frisches Obst und Gemüse leisten. Betroffen davon sind etwa 50 Millionen Menschen in den USA.

Entlastet werden auch die Abfallhalden. Immerhin landet dort fast ein Viertel aller Kalorien, die Bauern als Nahrungsmittel angebauten. Wert der Waren: 31 Milliarden US-Dollar pro Jahr (über 29 Milliarden Euro).


pit

 

 

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