Menschenrecht: Freier Zugang zu Saatgut

Foto: Pixabay CC0

Neben Wasser und Land ist Saatgut die grundlegende Ressource zur landwirtschaftlichen Erzeugung von Lebensmitteln. Der ungehinderte Zugang zu Saatgut ist die Grundvoraussetzung für die Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung. Daher lautet das Jahresthema 2017 von FIAN Deutschland „Satte Menschen statt satte Gewinne: Für freies Saatgut!“

 

Die Vielfalt des Saatguts und damit der Nutzpflanzen wird als kulturelles Erbe der Menschheit betrachtet. Bäuerliche Praxis ist es, Saatgut weiterzuentwickeln, es den örtlichen Gegebenheiten anzupassen, zu tauschen und zu bewahren. Doch die kommerziellen Interessen weniger Saatgut- und Chemiekonzerne bedrohen dieses Erbe. Nur zehn Konzerne kontrollieren bereits weltweit 75 Prozent des kommerziellen Saatgutsektors. Fünf von ihnen sind auch unter den Top 10 der Chemiekonzerne zu finden, die Düngemittel und Pestizide verkaufen. Die Folge ist ein starker Rückgang der Nutzpflanzenvielfalt.

 

Immer mehr Patente stärken die Konzerne

 

Grundlage dafür sind mehrere internationale Abkommen, die es den Konzernen ermöglichen das Saatgut sich entweder als geistiges Eigentum patentieren zu lassen oder durch den inzwischen etablierten Sortenschutz Geld für dessen Nutzung und Wiederverwendung verlangen zu können. Zu nennen wäre da das internationale Abkommen zum Schutz geistigen Eigentums (TRIPS), das unter dem Dach der Welthandelsorganisation (WTO) beschlossen wurde, sowie der internationale Vertrag zum Sortenschutz UPOV. Bauern und Bäuerinnen werden durch diese Abkommen in Abhängigkeit von Konzernen gebracht, da ihr traditioneller Umgang mit Saatgut unterbunden und kriminalisiert wird.

 

Nach Artikel 1 des UN-Sozialpakts haben Staaten die Pflicht, den Zugang zu angemessener Nahrung für ihre Bevölkerung zu gewährleisten und sie vor Übergriffen Dritter zu schützen. Dies gilt auch hinsichtlich der Gestaltung und des Beitritts zu internationalen Abkommen und ihrer nationalen Umsetzung. Daher fordert FIAN die Anerkennung eines Menschenrechts auf Saatgut zur Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung.

Mehr Infos zum Thema unter https://www.fian.de/


hjo

 

Lesen Sie auch

Kein Patent auf Paprika

Vielfalt auf dem Acker bleibt (vorerst) gewahrt

Franziskus und die Vielfalt

 

Most Wanted

Nora Sophie Greifahn von C2C e. V. Foto: C2C

C2C will „neues Denken voranbringen“

In Berlin eröffnete jetzt der Cradle-to-cradle e. V. die weltweit erste umfassende...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Screenshot: ARD-Video

Alpendämmerung – Europa ohne Gletscher

Die Alpengletscher sind nicht mehr zu retten, wann der letzte Gletscher verschwunden ist, scheint...


Neu im global° blog

Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Screenshot: ARD-Video

Alpendämmerung – Europa ohne Gletscher

Die Alpengletscher sind nicht mehr zu retten, wann der letzte Gletscher verschwunden ist, scheint...


Foto: DZ-4 GmbH

Der Solarboom kommt

Der richtige Solarboom kommt erst noch: Warum aktuelle Trends für eine Revolution im deutschen...


Folgen Sie uns: