Mit Schafswolle gegen Öl-Katastrophen

Foto: Wikimedia CC 3.0/Zeitblick

Schafswolle reinigt ölverschmutztes Wasser: Sie ist günstig und umweltfreundlich – mit ihrem Wool Recycles Eco System (Woolres) will eine italienische Forma künftig Öl-Katastrophen rascher und besser bekämpfen als mit der bislang eingesetzten Chemie.

Entwickelt haben das Reinigungsmaterial die Mitarbeiter der Firma Tecnomeccanica Biellese. Die mit natürlichen Fetten imprägniertes Schafs-Haare weisen Wasser ab, absorbieren jedoch die in Flüssigkeiten gelösten Schadstoffe. Dank der mehrfachen Verwendung als Reinigungsmittel kann die Wolle so bis zum Hundertfachen ihres Eigengewichts an Öl oder Teer binden und damit das Wasser säubern.

 

Aufgesaugtes Öl in Raffinerie weiterverarbeitet

 

Die Agentur Pressetext zitieiert den Projektleiter. Mario Ploner: „Die vom Milchschaf stammende Rohwolle hat ein hohes Absorptionsvermögen.“ Grund dafür sei das von dessen Talgdüsen stammende Lanonin, das sich wasserabstoßend und zugleich Fett aufsaugend verhalte. Ploner: „Als vorteilhaft erweisen sich auch die darin enthaltenen Verunreingungen mit pflanzlichen und mineralischen Stoffen.“

Sein Reinigungssystem entwickelte Ploner zusammen mit Mauro Rossetti in Kooperation mit dem Politecnico di Torino. Das Prinzip und die dazu verwendeten Geräte ließen sie inzwischen patentieren.

 

Öl-Katastrophen künftig schnell und günstig beseitigen

 

Jetzt bieten sie Kits zum großflächigen Einsatz auf hoher See und auf kleineren Gewässern an. Die Entwickler sind überzeugt: „Wäre das Verfahren 2011 bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zur Anwendung gekommen, hätten eine Ausgabensumme von einer Million Euro und eine Arbeitsdauer von 30 Stunden gereicht.“

Das Öl in den nach ihrem Einsatz voll gesaugten Wollteppichen kann später in einer Raffinerie verarbeitet werden. Das ausgediente Material verbrennt dann in einem Ofen, aus die Hitze treibt Generatoren an, die so elektrischem Strom gewinnen.


pit

 

 

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