NABU und BUND: Wärmedämmung kein Kokolores!

Foto: Wikimedia commons/Marcel S.

„Ohne energetische Gebäudesanierung keine Energiewende - darin sind sich alle einig, außer der Zeitung ‚Die Welt‘.“ Hintergrund dieser Äußerung des NABU ist ein Ende März 2013 erschienenen Artikel des Tagblatts zum Thema Wärmedämmung.

 

Darin deckt Die Welt die angebliche „große Lüge“ der Klimaschutzmaßnahme auf. Hintergrund ist eine Studie der Prognos AG, die den Effekt der KfW-Bankengruppen-Förderung zum Energieeffizienten Bauen und Sanieren (EBS) untersuchte. Kernaussage der Welt dazu: „Wärmedämmung kostet uns um die 838 Milliarden Euro - das, was durch Energieeinsparungen wieder hereinkommt, beläuft sich auf gerade einmal 370 Milliarden.“ Schlussfolgerung von Thomas Beyerle, Chefresearcher der Immobliengesellschaft IVG, gegenüber der Zeitung: „Faktisch ist das eine Verschleuderung von Steuergeldern.“

 

NABU und BUND: „Studie falsch interpretiert“

 

Für NABU und BUND steht hingegen fest: Die Studie wurde völlig falsch interpretiert. „Bei den Kosten der Modernisierung von Gebäuden muss zwischen den Vollkosten und den energiebedingten Mehrkosten unterschieden werden“, schreibt der NABU auf seiner Homepage. Maßnahmen zur Energieeinsparung sollten daher mit ohnehin anfallenden Modernisierungsmaßnahmen zusammengelegt werden. Dann betrügen die diesbezüglichen Kosten nur 40 Prozent der Gesamtausgaben. Der BUND rechnet vor: „40 Prozent von 838 Milliarden, also 335 Milliarden Euro, stehen in Wahrheit 370 Milliarden Einsparungen gegenüber- wir sprechen also von einem Plus von 35 Milliarden Euro.“

 

Foto: Wikimedia commons/Florian Gerlach (Nawaro)

Während Die Welt den großen Skandal der politischen Dauer-Fehlinvestitionen in Wärmedämmung wittert und den Ausstieg vorzieht, plädiert die Prognos-Studie für das genaue Gegenteil: „Die Umsetzung der Szenarien zum Energiekonzept bedarf einer deutlichen Steigerung der Investitionen für die energetische Gebäudesanierung und den energieoptimierten Neubau.“ Erst nach 2030 gewännen die durch die Förderungen erreichten „Energiekostenreduktionen durch die Energiepreissteigerungen an Gewicht und dämpfen damit auch das erforderliche Fördervolumen deutlich.“

 

Positive Gesamteffekte außer Acht gelassen

 

Die in der Studie genannten positiven gesamtwirtschaftlichen Effekte der KfW-Förderung erscheinen in der Welt ebenfalls nur marginal: Zitat: „Zwar zeigt die Studie auch (…) positive volkswirtschaftliche Auswirkungen (…). 200.000 bis 300.000 Arbeitsplätze könnten so in der Bauwirtschaft und dem Handwerk bis 2050 gesichert werden.“ Tatsache ist jedoch: Die Studie spricht fast nur von positiven Effekten! So etwa von „erheblichen Einnahmeüberschüssen für den Staat“, einem um bis zu 0,25 Prozent über der gegenwärtigen Wachstumsprognose (1,1 Prozent) liegenden Bruttoinlandprodukt und ganz nebenbei von bis zu 81 Millionen eingesparten Tonnen CO2 dank der entsprechend niedrigeren Energiekosten.

 

Der BUND schreibt dazu: „Die korrekte Botschaft wäre: „Fünfmal höhere KfW-Förderungen zum Energiesparen am Haus wären sehr sinnvoll, dienen Hauseigentümern, Handwerk, sparen viel Energie, helfen dem Klimaschutz, senken Energieimporte und der Staat verdient noch dabei.“

 

Zudem konzentriere sich Die Welt in ihrem Artikel auf das Dämmen von Wänden und lasse andere Bereiche wie die Fenster, Keller, Dach, energieeffiziente Heizungen und Solaranlagen völlig außer Acht. Styropor sei zudem nicht das einzige, verfügbare Dämmmaterial, wie die Welt es darstelle; mit Schafswolle, Mineral- und Holzfasern oder Hanf gebe es deutlich ökologischere Alternativen.

 

Fazit von NABU und BUND: Wärmedämmung lohnt sich - nicht nur für die Umwelt! NISO

 

 

 

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