Nachhaltigkeit: Schlüssel zum Unternehmenserfolg

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Viele Menschen reden von Nachhaltigkeit, aber viele wissen gar nicht genau, was das tatsächlich ist. Das liegt nicht etwa daran, dass es für den Begriff "Nachhaltigkeit" keine Definitionen gäbe, sondern im Gegenteil daran, dass es derer sogar sehr viele verschiedene gibt.

Fest steht nur eines: Immer mehr Unternehmen bekennen sich zur Nachhaltigkeit und auch in Unternehmen wird diese immer wichtiger.

 

Ressourcen schonen

 

Als Terminus technicus geht der Begriff "nachhaltig" auf Hans Carl von Carlowitz (1645-1714) zurück. Ein Jahr vor seinem Tod formulierte der sächsische Oberberghauptmann die Prämisse, dass im Sinne einer "nachhaltenden" Nutzung des damals universalen Baustoffes Holz nicht mehr Bäume geschlagen werden dürften als auch wieder nachwachsen. Die ursprüngliche Bedeutung von "nachhaltig" ist also: Schonend mit Ressourcen umzugehen und nicht mehr davon zu ver(sch)wenden als die Natur wieder nachzuliefern imstande ist. In seinen heute gebräuchlichen Anwendungen umspannt der Begriff allerdings viel mehr Komponenten, besonders in Unternehmen und speziell der Produktion.

 

Hohe Erwartungen

 

Das österreichische Markenforschungsinstitut „Die MarkenWertExperten“ hat in einer Studie zum Thema Bedeutung der Nachhaltigkeit in der Markenführung im Jahr 2014 erhoben, was Nachhaltigkeit aus der Sicht von Unternehmen bedeutet: Umweltschonende Produktion, recyclingfähige Verpackungen, eine bedachte Definition von Einkaufskriterien und Auswahl der Lieferanten, soziales Engagement, optimierte Transportwege, Spenden an Hilfsorganisationen sowie gesundheitsfördernde Programme sowie die Mitsprache für Mitarbeiter im Unternehmen.

Die Studie zeigte auch, dass Unternehmen mit betriebswirtschaftlich positiven Effekten durch Nachhaltigkeit und professionellem Ressourcenmanagement rechnen. Sie erwarten, durch Nachhaltigkeit unnötige Risiken zu minimieren, die Kundentreue zu erhöhen und die Akzeptanz höherer Preise durchsetzen zu können. In Wechselwirkung damit hoffen die Unternehmen auch auf größere Loyalität und Leistungsbereitschaft seitens der Mitarbeiter wie auch der Kooperationspartner.

 

Kein Luxus

 

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Die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit gute Chancen zur Verbesserung des Betriebsergebnisses eröffnet, beginnt sich langsam durchzusetzen. Lange galt indes der Slogan "Nachhaltigkeit muss man sich leisten können". Man meinte damit, eine nachhaltige Produktion schlage sich negativ in den Bilanzen zu Buche, da die Umstellung auf umweltschonende Fertigungsmethoden, Verbesserungen in der Unternehmenskultur und soziales Engagement Investitions- und Anpassungskosten erfordern. Dieser Einwand bedenkt aber nicht, dass sich diese Aufwendungen langfristig in Form von Imagegewinnen, effizienterer Produktion und besseren Mitarbeiterleistungen amortisieren. Das deutsche Umweltbundesamt beschreibt Nachhaltigkeit als Schlüssel zum Unternehmenserfolg wie folgt: "Das Leitbild der Nachhaltigen Produktion geht von der Vorstellung aus, dass soziale Verantwortung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und der Schutz der natürlichen Umwelt untrennbar zusammengehören."

 

Bessere Eigenkapitalquote

 

Die renommierte Nachhaltigkeits-Ratingagentur Oekom Research stellt in ihren jährlichen Erhebungen, deren aktuellste Ausgabe die oekom Corporate Responsibility Review 2015 ist, einen messbaren Zusammenhang zwischen nachhaltiger Unternehmensführung und wirtschaftlicher Prosperität her. Jene Unternehmen, die im Nachhaltigkeitsrating der Agentur besonders weit vorne liegen - Unternehmen mit so genanntem Oekom-Prime-Status - haben eine um rund fünf Prozent höhere Eigenkapitalquote wie Unternehmen mit weniger gutem Rating.

 

Druck durch Konsumenten steigt

 

Es gibt noch einen weiteren triftigen Grund, warum Nachhaltigkeit für Unternehmen immer wichtiger wird. Immer mehr Kunden legen, wie 2014 eine Untersuchung zum Thema Nachhaltige Markenführung des Instituts für Handel & Internationales Marketing der Universität des Saarlandes aufzeigte, immer größeren Wert auf nachhaltige Unternehmensstandards. Das übt - selbst wenn es sich nicht proportional in Kaufentscheidungen spiegelt - auf die Unternehmen Druck aus, sich zu nachhaltigen Standards zu bekennen. Zugleich ist das auch ihre Chance, sich im Wettbewerb zu differenzieren. Nachhaltige Maßnahmen in Unternehmensabläufen zu implementieren, ist grundsätzlich kein Mysterium. Für den Anfang tun es einfache Dinge wie die Steigerung der Materialeffizienz, die Optimierung des Energieverbrauchs oder die Verbesserung des Betriebsklimas sowie der Unternehmenskultur. An große Aufgaben wie soziales Engagement kann man sich immer noch später machen.

 

Peter Schmidt

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