Nachhaltigkeit: Für Unternehmen immer wichtiger

Nachhaltige Produkte aus dem Fair Trade-Handel Foto: Fair Trade

Obwohl rund ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland den Begriff Nachhaltigkeit noch nie gehört hat, spielt das Thema eine immer größere Rolle im Bewusstsein vieler Menschen. Auch auf Unternehmerseite hat Nachhaltigkeit eine immer größere Bedeutung. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts für Handel & Internationales Marketing (H.I.MA.) der Universität des Saarlandes. Das Team um Prof. Joachim Zentes befragte 54 Unternehmen aus Deutschland und der Schweiz zu ihren Nachhaltigkeitsstrategien.

Aktuell halten knapp 52 Prozent der Befragten das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen für wichtig bis sehr wichtig. Über 80 Prozent der Unternehmen gaben an, dass Nachhaltigkeit im Jahr 2020 für sie relevant sein wird. Diese Zukunftsprognose orientiert sich wohl auch daran, dass Nachhaltigkeit für Verbraucher immer wichtiger wird. Während im Jahr 2009 im Rahmen einer Trendstudie der Otto Group 26 Prozent der Befragten angaben, sich häufig für Produkte zu entscheiden, die nachhaltige Attribute wie „Bio“, „Regionalität“, „Fair Trade“ oder „Klimafreundlichkeit“ aufweisen, waren es im Jahr 2013 schon 56 Prozent.

 

Verbraucher fordern Transparenz

 

„Die Forderung an Unternehmen nach Nachhaltigkeit ist nicht neu, wohl aber die Vehemenz, mit der Stakeholder, also Anspruchsgruppen wie Kunden, Mitarbeiter, Medien oder die Politik, derartige Forderungen stellen“, erklärt Zentes. Dabei ist wichtig, dass Verbraucher nachvollziehen können, woher die Produkte kommen, die sie kaufen und wie sie entstanden sind. „Transparenz ist das Mega-Thema einer nachhaltigen Markenführung“, lautet eine Aussage in der Studie.

Durch den Informationsfluss, den das Internet bietet, können Unternehmen, die sich in der Öffentlichkeit ein nachhaltiges Image verleihen, ohne dass es dafür hinreichende Gründe gibt (Greenwashing), leichter entlarvt werden. Immer öfter aufkommende so genannte Shitstorms münden schlimmstenfalls in Kauf- und Konsumboykotts. Wenn immer mehr Kunden Wert auf nachhaltige Unternehmensstandards legen, könnte das dazu führen, dass diese sich zu einer Grundvoraussetzung auf dem Markt entwickeln.

Die befragten Unternehmen sind sich in diesem Punkt uneinig. Für rund 43 Prozent der Befragten ist die Nachhaltigkeit ihrer Marke auch in Zukunft eine Differenzierung im Sinne eines Wettbewerbsvorteils. Knapp 58 Prozent denken, dass Nachhaltigkeit sich künftig zur Grundanforderung unternehmerischen Handelns entwickelt.KAM

 

 

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