EWG: "Peak Oil" früher als gedacht

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Fossile und nukleare Rohstoffe werden uns womöglich viel früher ausgehen als bislang gedacht. Dies jedenfalls besagt eine Studie der von Grünen-Politiker Hans-Josef Fell initiierten Energy-Watch-Group (EWG).

 

Die Studie ist ein Gegenentwurf zu Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) in ihrem jährlich vorgelegten World Energy Outlook (WEO) aus dem Jahr 2012. Dank der Erschließung neuer Quellen wie der sogenannten „Tight oil“-Vorkommen in den USA werde der Erdölverbrauch bis zum Jahr 2035 kontinuierlich steigen, heißt es darin.

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“Peak Oil“ längst erreicht

 

Die EWG sprach bereits im Jahr 2008 eine völlig andere Sprache: Laut ihr ist „Tight Oil“ keine Dauerlösung, die Förderung werde maximal zehn Jahre auf einem stabilen Niveau bleiben, während die „konventionelle“ Erdöl- und –gasförderung dahinsiechen werde. Der „Peak Oil“ sei bereits 2005 eingetreten; seitdem bemühten sich die Erdölfirmen darum, ihr schwankendes Förderpotential aufrecht zu erhalten, was jedoch immer schwieriger werde. Damit widerspricht die EWG dem Szenario der IEA, laut dem die USA zwischen 2020 und 2025 unabhängig von Erdöl- und -gasimporten werden könnten.

 

Auch sonst hat die EWG einiges zu bemängeln: Potentielle Erdölfelder am Kaspischen Meer, im Golf von Mexiko, Brasilien, Kanada und selbst Saudi-Arabien seien in Bezug auf ihr Förderpotential massiv überschätzt worden, so die Experten. In Staaten wie China, Russland, den USA und dem Mittleren Osten steige die Erdölfördermenge zwar tatsächlich an; dennoch vermutet die EWG: Bis 2030 wird die Förderung gegenüber 2012 um 40 Prozent zurückgehen.

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Damit hat das Erdöl laut EWG auch keine Chance, für andere fossile Energieträger wie Kohle und Erdgas „einzuspringen“. Zwar ist Schiefergas in den USA, vor allem aufgrund gelockerter Umweltauflagen, seit neuestem sehr im Kommen, doch auch hier wird der Peak gegen 2015 erwartet. In Europa geht die Erdgasförderung seit 2000 zurück. Dieser Effekt wird sich voraussichtlich gegen 2030 verstärken, sobald auch Norwegen sein Fördermaximum erreicht hat. Erdgasexporte aus Russland sowie dem Iran und Katar könnten künftig nicht mehr gesichert sein, warnt die EWG.

 

Versorgungsengpässe meiden!

 

Während die USA ihr Kohlefördermaximum schon vor 25 Jahren überschritten haben, können China und Indien trotz größer Förderpotentiale dem steigenden Bedarf ihrer eigenen Länder kaum nachkommen. Export also Fehlanzeige; einzig Australien und Indonesien könnten für einen begrenzten Zeitraum aushelfen, so die EWG. Die Atomindustrie führe in puncto Aushelfen hingegen ein regelrechtes Schattendasein- die weltweiten Uran-Fördermaxima seien bereits im Jahr 1980 überschritten worden.

 

Fazit: Die schnelle, effiziente Förderung Erneuerbarer Energien ist nicht nur für die Umwelt wichtig, sondern auch, um künftige Versorgungsengpässe zu vermeiden. Damit wir energietechnisch nicht bald völlig auf dem Trockenen sitzen! NISO

 

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