Preis des Wirtschafts-Booms: Smog über China

Foto: photocase/Zhang

Die Luft ist „zum Schneiden“: In Peking und anderen Metropolen Chinas herrscht seit Tagen Smog-Alarm. „Zum ersten Mal melden Pekings Behörden am Sonnabend den Höchstwert 500“, schreibt Die Welt. Pekings Schmutz sprengt den Index für die Atemluft in den Millionenstadt.

In Wahrheit sei die Luft noch viel giftiger, schreibt die Tageszeitung weiter: „Zur Warnanzeige gehören die beiden Hinweise: ,Ergreifen Sie Schutzmaßnamen!’ Und ,Beyond the index’ – die Luftbelastung liegt weit über dem Indexwert.“

 

Peking gilt weltweit als Stadt mit der schlechtesten Luft

 

Neu ist das keinesfalls. Auch in der Vergangenheit kam es immer wieder zu solchen Katastrophen. Die dicke Luft ist der Preis für Chinas ungebremsten Wirtschafts-Boom. Allzu viele Schlote pusten die Verbrennungsreste aus Kohlefeuern oder Auto-Motoren ungefiltert in die Atmosphäre. Kommt – wie seit Tagen nun – kein Wind auf, der den Schmutz verteilen hilft, bleibt Peking wie unter einer Käseglocke liegen. Die Schadstoffe sammeln sich in der Luft und machen das Atmen schwer. Die Konsequenz beschreibt die Welt so: „Alten Bürgern wird dringend geraten, auf Frühsport in den Parks zu verzichten, der Schulsport wurde für drei Tage ausgesetzt. Experten rufen die Pekinger auf, Atemschutzmasken zu tragen.“

Die Sicht in der Hauptstadt liegt mittlerweile unter 100 Meter. Am Flughafen fallen Flüge aus, Autobahnen sind gesperrt. Inzwischen melden über 30 chinesische Städte ähnlich extreme Luftwerte wie die Hauptstadt. Die macht ihrem zweifelhaften Titel als Metropole mit der ungesündesten Luft Ehre.

Dabei hatte der neue KP-Chef Xi Jinping vor wenigen Wochen beim Nationalen Volkskongress der Kommunistischen Partei die Umwelt zur Chefsache erklärt. Seinen Landsleuten im Reich der Mitte versprach der Parteivorsitzende „eine schönere Umwelt, in der Kinder besser aufwachsen“.

Im neuen Fünf-Jahresplan der KP Chinas von Vorjahr hat Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert. Und in seiner letzten Rede hatte der scheidende Parteiboss Hu Jintao der Umwelt erstmals ein eigenes Kapitel gewidmet, da die Menschen für den Wirtschaftsaufschwung einen „extrem hohen Preis“ bezahlt hätten.

 

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