Protest gegen Giftfabrik in Malaysia

Foto: SMSL

Radioaktive und giftige Abfälle im Wasser und Boden sind der Preis für die Rohstoffe unserer Handys und PCs. Wissenschaftler des Ökoinstituts fanden die Emissionen saurer Verbindungen sowie Stäube in die Luft einer Aufbereitungsanlage im malaysischen Kuantan. Dort gewinnen Arbeiter aus australischen Rohstoffen die für Hochtechnologie wichtigen Metalle.

In ihrer Studie für die malaysische Bürgerinitiative SMSL wiesen die Experten des Ökoinstituts jetzt sogar Werte nach, die „deutlich höher als nach europäischen Standards erlaubt“ sind.

Ziel der Nachforschungen war die Firma Lynas. Sie importiert Erzkonzentrate aus australischer Minen, um das Material in Malaysia aufbereiten zu lassen. Die so genannten seltenen Erden brauchen Techniker, um Katalysatoren, Nickelmetallhydrid-Batterien oder Permanentmagnete herzustellen. „Viele Schlüssel- und Zukunftstechnologien“, unterstreichen die Wissenschaftler, „sind daher von der Versorgung mit Seltenen Erden abhängig.“

 

Protest in Malaysia gegen Aufbereitung der seltenen Erden

 

Ihre Verarbeitung aber bedroht die Menschen vor Ort. Stäube und Gifte greifen die Gesundheit der Arbeiter und Nachbarn von Fabriken an, machen sie krank. Die Umgebung wird verseucht.

Der Protest gegen die Fabrik wird lauter. Die BBC berichtete im Herbst 2012 über Demonstrationen, nachdem ein Gericht eine Petition der Bürger gegen die Lynas-Fabrik in Kuantan und die Anlandung der Rohstoffe im nahen Hafen von Gebeng vertagte. SMSL gibt nicht auf und bestellte das Gutachten beim Ökoinstitut in Deutschland, weil „das in Malaysia zu verarbeitende Erzkonzentrat auch radioaktive Bestandteile wie Thorium enthalten soll“.

Die Experten aus Deutschland schrieben lange Mängellisten: Die sichere Lagerung der oft giftigen und zum Teil strahlenden Aufbereitungsabfälle sei nicht sichergestellt. Projektleiter Gerhard Schmidt kritisiert, dass die Firmenbetreiber offenbar planen, diese Abfälle „als Baumaterial zu vermarkten“. Das aber könne „zu sehr hohen Strahlenbelastungen durch Direktstrahlung führen.“

 

 

Foto: SMSL

Anlage industriepolitisch sinnvoll – wenn Standards erfüllt

 

Auch sei noch immer nicht offiziell bekannt, welche Stoffe genau in der Anlage anfallen, das Abwasser habe zudem einen viel zu hohen Salzgehalt, werde aber einfach in den Fluss gespült.

Das Ökoinstitut bewertet in seiner Lynas-Studie zwar positiv, dass seltene Erden jetzt auch außerhalb Chinas gewonnen und erzeugt werden sollen. Dies sei „aus industriepolitischer Sicht sinnvoll“.

„Allerdings“, so die Wissenschaftler, „müssen hierbei selbstverständlich hohe Umweltstandards eingehalten werden.“ Dies sei jedoch „bei einer der ersten neuen Anlagen außerhalb Chinas nicht der Fall“.

 

Lesen Sie auch:

 

Fukushima verseucht

Der Preis für den Wirtschafts-Boom in China

Steigender Meeresspiegel bedroht Megastädte Asiens

 

Most Wanted

Foto: Winterseitler/Pixabay CC/PublicDomain

Erneuerbare weiter im Aufwind

Siegeszug der Erneuerbaren hält weiter an: „Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien legte im...


Screenshot: restlos-gluecklich.berlin

Essen fürs Klima

Kann der Einzelne etwas gegen den Klimawandel tun? Und wenn ja, was? – Es sind häufig die kleinen...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Protest gegen Schafs-Qualen zeigt Wirkung

Schon zwei australische Bundesstaaten wollen über ein Verbot des tierquälerischen Mulesing...


Neu im global° blog

Foto: DZ-4 GmbH

Der Solarboom kommt

Der richtige Solarboom kommt erst noch: Warum aktuelle Trends für eine Revolution im deutschen...


Screenshot: theguardian.com

Mit radikaler Landwirtschaft gegen die Klimakrise

Ein Bauernhof in Portugal zeigt, wie die alte Kunst der Silvopasture - der Kombination von von...


Foto: Pixabay CC0

Gegen das Vergessen - Todesstaub durch Uranmunition

Die Bombardierung Ex-Jugoslawiens mit Uranmunition - 20 Jahre danach. 1999 bombardierte und beschoß...


Folgen Sie uns: