RNE ermahnt Politiker zu nachhaltiger Politik

Deutliche Worte des Nachhaltigkeitsrats an die Politiker im Land: Mit ihrem „Herbststatement“ diktieren die Experten des Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE) den Berliner Bundestagsabgeordneten die Aufgaben fürs kommende Jahr: Etats sanieren, Banken an das Gemeinwohl erinnern, Klima schützen und mit der Energiewende im In- wie fürs Ausland ein deutliches Signal setzen - für den RNE wird 2014 zum deutschen „Schicksalsjahr“.

Die im RNE versammelten Nachhaltigkeits-Experten aus der Politik, der Wissenschaft oder Wirtschaft fordern ein Ende des „kurzfristigen Kalküls“, das bis in den zurückliegenden Wahlkampf hinein die Interessenlage in Deutschland überschattet habe. „Das darf jetzt nicht weitergehen. Jetzt muss das Versäumte nachgeholt werden“, zeichnen sie die Richtung vor: Nachhaltigkeit müsse, 300 Jahre nach der Erfindung des Begriffs, endlich wirklichen „der Politik als Leitschnur vorangestellt“ werden.

 

Deutschland muss bei Nachhaltigkeit klare Führungsrolle einnehmen

 

Das bedürfe „klarer Zeichen“: „Deutschlands Politik muss sich in vollem Umfang zu einer Führungsrolle in der europäischen und globalen Umwelt- und Klimapolitik bekennen und sie mit Initiativen und Impulsen verantwortungsvoll ausfüllen. Sonst, so sehen es die Unterzeichner des Appells, bleibe Politik ein „Lavieren mit Modebegriffen“ oder – wie im Moment bei der Energiewende - „ein Spielball widersprüchlicher Einzelinteressen und politischen Zauderns“.

Dabei hätte die Politik Zeit verspielt und die wichtige gesellschaftliche Zukunftsaufgabe „Energiewende auf Technik reduziert“.

Wider besseres Wissen, betonen die RNE-Mitglieder. Denn die „Ethik Kommission Sichere Energieversorgung hatte schon 2011 richtigerweise darauf hingewiesen, dass zu guter Technik auch der Mut zum politischen Management eines Gemeinschaftswerkes gehört.“

 

Gesellschaft braucht ökologische Leitplanken

 

Ein ethisches Orientierungssystem fehlt dem RNE auch bei unserem Umgang mit Lebensmitteln: „Rund ein Drittel aller auf der Welt erzeugten Nahrungsmittel verkommen, verfaulen und weggeworfen werden. Das ist Unsinn, Anmaßung und Frevel im Gegenwert von Hundertausenden Menschenleben und obendrein auch noch mehr als drei Milliarden Tonnen Kohlendioxidemissionen. Bodenzerstörung.“ Deutlicher kann der Eintrag ins Stammbuch der verantwortlichen Volksvertreter kaum ausfallen!

Der Rat aber bleibt nicht bei seiner Kritik stehen. Er fordert die Menschen im Land auf, die Aufgaben gemeinsam anzupacken. „Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass die wichtigen Zukunftsfragen auf eine Weise beraten und gelöst werden, die der Ernsthaftigkeit der Probleme entspricht.“

 

 

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