Schadstoffe in der Raumluft von Outdoor-Läden

Screenshot: greenpeace.de

Schon seit Jahren warnt Greenpeace vor gefährlichen Chemikalien in Outdoor-Kleidung. In ihren Produkttests fanden sich immer wieder umwelt- und gesundheitsschädliche polyfluorierte Chemikalien (PFC) in der Kleidung. Das ist schädlich für den Verbraucher. Aber wie wirkt sich das auf die Raumluft der Geschäfte aus? Um das herauszufinden unternahmen Greenpeace-Aktivisten Raumlufttests in Deutschland, der Schweiz, Italien, Schweden, Norwegen und Taiwan und fanden dabei PFC-Konzentrationen, die bis zu 60-mal höher lagen als in Vergleichsräumen wie Büros oder Seminarsälen.

 

In der heutigen Presseerklärung von Greenpeace heißt es: „Besonders schlecht schnitten die Räume des Ausrüsters Mammut ab: Im Flagship-Store in Wolfsburg wurde mit 197 Nanogramm pro Kubikmeter die höchste Konzentration an PFC in der Luft gemessen, gefolgt vom Ableger in Hannover mit 176 Nanogramm.“ Das ist erschreckend, aber keine Überraschung: Das Schweizer Unternehmen wird schon lange von Greenpeace zum Entgiften angehalten.

 

Warum sind PFC so gefährlich

Mit PFC werden Jacken, Schuhe und Handschuhe dauerhaft wasserdicht gemacht. Die künstlich hergestellte Verbindung zwischen Kohlenstoff und Fluor ist dabei so stark, dass sie in der Natur kaum oder nicht abbaubar sind. Durch Nahrung, Luft und Trinkwasser gelangen sie in den menschlichen Organismus. Im Blut können sich PFC zu perfluorierten Carbonsäuren abbauen, die nicht ausgeschieden werden und im Verdacht stehen, Krebs zu erregen.

 

„Mitarbeiter in Outdoor-Läden sind diesen gefährlichen Stoffen jeden Tag ausgesetzt“, sagt Manfred Santen, Greenpeace-Experte für Chemie. „Marktführer wie Mammut und The North Face müssen endlich konsequent entgiften.“

 

Wenn auch zwischenzeitlich einige Outdoor-Marken wie Rotauf, Páramo oder auch Vaude sich der Detox-Kampagne von Greenpeace bereits angeschlossen haben und auf der heute in Friedrichshafen am Bodensee startenden Messe für Outdoor-Ausrüstung Funktionskleidung ohne PFC vorstellen, ist ein großer Teil der Branche noch nicht bereit, auf die giftigen Chemikalien zu verzichten.

Die Publikation „Es liegt was in der Luft“ gibt es bei Greenpeace als PDF zum download...


red

 

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