17.12.2018

Sklaven schuften für unsere Klamotten

Screenshot: TriplePundit

Zwangsarbeit steht in Textil- und Schuhfabriken weltweit noch immer auf der Tagesordnung: Ein aktueller Report der NGO KnowTheChain erkennt zwar leichte Verbesserungen. Noch immer jedoch erreichen nicht einmal die Hälfte der untersuchten Unternehmen auch nur 50 Prozent der 100 möglichen Punkte bei der Bewertung der Arbeits- und Menschenrechte ihrer Beschäftigten.

Der Report klagt die Unternehmen vor allem dafür an, dass in Textil- und Schuhfabriken Arbeitssklaven systematisch auszubeuten.

Der Report untersuchte die Bedingungen in 43 der größten Textil- und Schuh-Produzenten der Erde. Sie kamen dabei aber im Schnitt lediglich auf 37 von 100 möglichen Punkten bei der Bewertung der Arbeitsbedingungen. Ganze zwei Drittel bleiben sogar unter 50 Prozent der möglichen Punktzahl.

 

25 Millionen Textilarbeiter schuften noch immer als Unfreie

 

Für KnowTheChain-Chef Kilian Moote ist besonders erschreckend, dass 18 der Unternehmen offenbar gar keinen Wert auf die Auswahl oder die Ausbildung der Mitarbeiter setzen. Sie heuern ihre Arbeitskräfte über dubiose Agenturen an. Die jedoch „verkaufen“ die Stellen und kassieren von den oft jedoch ohnehin mittellosen Arbeitern horrende Summen. Die leihen die Arbeitswilligen von den Agenturen. Das verdammt aber die Menschen oft lebenslang zu Arbeitssklaven der Agenturen, weil sie nie genug verdienen, ihren Kredit jemals wieder abzahlen zu können.

 

 

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Sklavenarbeit auf den Baumwollfeldern, Menschenhandel mit Arbeitern und Kinderarbeit zählen nach Angaben des Reports noch immer zu den misslichen Erscheinungen der weltweiten Textilproduktion. So schätzte die International Labor Organization (ILO) im Jahr 2016 die Zahl der in Unfreiheit rackernden Menschen in der Textilindutrie auf 25 Millionen, beschreibt TriplePundit die Lage der Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter.


pit

 

 

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