Solarturm für algerische Wüsten-Metropole

Foto: DLR

In Algerien, in Boughezoul am nördlichen Rand der Sahara, soll das erste Turmkraftwerk in Nordafrika gebaut werden. Für dieses Projekt haben das Ministerium für Hochschulwesen und wissenschaftliche Forschung der Demokratischen Volksrepublik Algerien und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit der Bundesrepublik Deutschland (BMU) ihre Zusammenarbeit vereinbart. Wichtige Teile der Kraftwerkstechnologie wurden maßgeblich vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit Partnern entwickelt.

 

Das Kraftwerk kann mit Sonnenenergie oder als Hybridkraftwerk noch zusätzlich mit Gas betrieben werden. Diese Kombination ermöglicht Algerien, das über große Gasvorkommen verfügt, einen kostengünstigen und versorgungssicheren Übergang von fossiler hin zu solarer Stromerzeugung. Das Gas-Sonnenwärme-Kraftwerk soll eine Leistung von bis zu sieben Megawatt erzeugen.

 

Ein Vorbild für solche Turmkraftwerke ist das DLR-Forschungskraftwerk in Jülich. 2153 Spiegel reflektieren das Sonnenlicht an die Spitze des 60 Meter hohen Turms. Dort werden die konzentrierten Sonnenstrahlen in Wärme umgewandelt und es entstehen Temperaturen bis zu 1000 Grad Celsius. Mit dieser Energie wird Wasserdampf erzeugt, der eine Turbine antreibt. Die hohen Betriebstemperaturen erzeugen einen hohen Wirkungsgrad und durch weniger Kollektoren pro erzeugte Kilowattstunde, sinken die Stromgewinnungskosten. Die erzeugte Wärme kann kostengünstig über mehrere Stunden gespeichert werden.

 

Foto: DLR

"Wir freuen uns, in diesem Projekt die Beziehungen zwischen Algerien und Deutschland im Bereich der Umwelttechnologien und erneuerbaren Energien weiter vertiefen zu können", so der deutsche Botschafter in Algerien, Götz Lingenthal.

 

Finanzieren will das etwa 35 Millionen Euro teure Kraftwerk Algerien weitestgehend selbst. Etwa sieben Millionen Euro sollen vom Bundesumweltministerium (BMU) dazukommen. Doch diese Mittel lassen derzeit auf sich warten. Schuld daran sei laut Spiegel Online die Wahl und die Neuaufteilung der Energie-Kompetenzen zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium in Berlin. Laut BMU müsse man Verständnis dafür haben, dass die neue Leitung um Umweltministerin Barbara Hendricks mit ihren Staatssekretären mitreden möchte.


hjo

 

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