Steuernachlass soll fairen Handel puschen

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Die Idee ist nicht neu, aber charmant: Auf Einladung von TransFair und Forum Fairer Handel diskutierten jetzt in Berlin Experten über die Anregung von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), den Fairen Handel durch steuerliche Anreize zu fördern.

Zu Jahresbeginn hatte Müller mit diesem Vorstoß die Debatte um eine Ausweitung des Handels mit "fair" erzeugten Produkten neu belebt. Wie deren Umsetzung erfolgen könnte, diskutierten nun Günther Bachmann vom Rat für nachhaltige Entwicklung, Albert Darboven (J.J.Darboven GmbH & Co. KG) und Johannes Grün von Brot für die Welt in der Botschaft der Republik Kolumbien.

 

"Steuererlass könnte fairen Kaffeeabsatz verdoppeln"

 

Mit 162 Litern pro Kopf ist der Kaffeekonsum in Deutschland hoch. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern jedoch, die laut einer Pressemeldung des Forums Fairer Handel den Großteil des weltweiten Kaffees produzieren, "profitieren oft nicht davon".

Der Faire Handel will nach eigenen Angaben die Lebensbedingungen der Menschen am Anfang der Lieferkette verbessern sowie Ausbeutung und Umweltzerstörung verhindern. „Mit der Abschaffung der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee kann der nachhaltige Konsum in Deutschland effektiv gefördert werden“, erklärte Claudia Brück als Vorstand für Kommunikation und Politik bei TransFair das Prinzip des fairen Handels. „Die Aussetzung der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee bietet eine gute Möglichkeit, jene Unternehmen zu entlasten, die die wahren sozialen und ökologischen Kosten von Kaffee bereits in ihr Produkt einpreisen, anstatt die Allgemeinheit dafür aufkommen zu lassen“, fügt auch Manuel Blendin, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel an.

„Wenn fairer Kaffee von der Steuer befreit würde, könnte der Absatz verdoppelt werden“, ist Albert Darboven, Geschäftsführer des Kaffeerösters J.J.Darboven, überzeugt. Günther Bachmann vom Rat für nachhaltige Entwicklung konstatierte: „Die Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee widerspricht dem Anliegen der globalen Nachhaltigkeitsziele und des nachhaltigen Konsums in den Industrieländern“.

 

 

Bittere Ernte - Preis des billigen Kaffees

Seit 1850 ist Kaffee Volksgetränk der Deutschen. Damals war er ein Luxusprodukt, heute überbieten sich die Supermärkte mit Billigangeboten.

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Johannes Grün von Brot für die Welt gab jedoch zu bedenken: „Es gibt keinen gesetzlichen Standard für ‚fair‘. Wenn die zugrunde gelegten Kriterien für eine Zertifizierung nicht hoch sind, wird die entwicklungspolitische Wirkung nicht erzielt“.

Forum Fairer Handel und TransFair begrüßen den Vorstoß von Bundesminister Gerd Müller, fairen Kaffee von der Kaffeesteuer zu befreien. Bezüglich der Umsetzung einer Steuererleichterung für fair gehandelten Kaffee haben die Veranstalter konkrete Forderungen formuliert. „Es sollten nur Unternehmen entlastet werden, die sich zur Einhaltung hoher sozialer Standards, beispielsweise der Zahlung definierter fairer Preise, Vorfinanzierung und einer externen Überprüfung verpflichten“ - so fasste Manuel Blendin ein Kernanliegen des Forum Fairer Handel zusammen. „Die Regelung sollte so gestaltet sein, dass vor allem die Kleinbauern und deren Familien durch höhere Einnahmen davon profitieren“, betonte Claudia Brück im Namen von TransFair.


red

 

 

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