Strom-Kleinanbieter bilden virtuelles Kraftwerk

Durch die Energiewende entsteht zunehmend ein Problem: die unregelmäßige Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom. Der Wind macht bekanntlich hin und wieder mal schlapp und die Sonne versteckt sich auch des öfteren hinter Wolken. Wenn dass dann auch noch zu einen Zeitpunkt passiert, an dem die Fußball-Nationalmannschaft ins Elfmeterschießen muss, kann es schon mal zu kurzfristigen Schwankungen auf dem Strommarkt kommen. In diesem Fall greift die Regelenergie (auch “Regelleistung” genannt) ein, um einen Zusammenbruch des Stromnetzes abzuwenden.

 

Interessant dabei ist, dass es aber auch zu einem Überangebot an Strom kommen kann. Dann muss Strom aus dem Netz genommen werden. Auch hier greift der Regelenergiemarkt und hier kommt auch in Zukunft den Betreibern von Kleinanlagen eine größere Bedeutung zu. Zur Zeit ist für Betreiber einzelner kleinen Anlagen der Zugang zum lukrativen Regelenergiemarkt allerdings versperrt: Auf dem Minutenreservemarkt zum Beispiel, muss er mindestens fünf Megawatt Leistung mitbringen.

 

Grafik: Next Kraftwerke GmbH

Eine Lösung des Problems könnte das Geschäftsmodell der Firma Next Kraftwerke GmbH, einer Ausgründung aus dem Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln (EWI) sein. Sie schließen viele kleine Privatkraftwerke zu einem einzigen virtuellen Kraftwerk zusammen. Auf diese Weise überwindet Next die Fünf-Megawatt-Hürde. Im Kraftwerkspool befinden sich derzeit laut Technologie Review rund 200 Biogasanlagen, Windräder, Solaranlagen, Blockheizkraftwerke und Notstromaggregate, etwa von Krankenhäusern.

 

Jochen Schwill von Next meint dazu: “Kleine, dezentrale Anlagen können am großen Markt teilnehmen: Die von uns vertretene flexible Bereitstellung und Vermarktung von Strommengen versetzt unsere Kunden in die Lage, die Erlöse ihrer Erzeugungsanlagen zur steigern“. Allein für ihre Bereitschaft, im Notfall einzuspringen, bekommen die Anlagenbetreiber eine Vergütung (“Bereitschaftsvergütung”) – den sogenannten Leistungspreis. Zum Einsatz kommen die Anlagen nur sehr selten. In solch einem seltenen Einsatzfall bekommen die Betreiber einen zusätzlichen Arbeitspreis für die Bereitstellung von Regelenergie auf dem Regelenergiemarkt.

 

Wenn Anlagenbetreiber mit dem direkten Verkauf ihrer Kilowattstunden weniger erlösen als durch die Einspeisevergütung, erhalten sie als Ausgleich eine sogenannte Marktprämie. Erzielen sie einen Preis über dem EEG-Satz, können sie den zusätzlichen Gewinn einstreichen. Die Stromlieferanten gehen also kein Risiko ein, wenn sie Next beauftragen, ihre Kilowattstunden zu vermarkten, schreibt dazu der Technologie Review.

 

Lesen Sie auch:

Bioenergie auf dem Prüfstand

Erstes kommunales Gezeitenkraftwerk der Welt

Dezentralen Kraftwerken gehört die Zukunft

Gefrorene Energie als Zukunftslösung

Most Wanted

Screenshot: mtotonewsblog.wordpress.com

Kenia: Dieses Mädchen will eine Million Bäume pflanzen

Ellyanne Wanjiku kämpft in Afrika für eine grünere und bessere Welt. Die neunjährige Ellyanne...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Michael Kauer

Umweltzonen schützen Gesundheit

Umweltzonen zeigen Wirkung: „Durch einen signifikanten Rückgang der Belastung mit Feinstaub (PM10)...


Neu im global° blog

Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Screenshot: ARD-Video

Alpendämmerung – Europa ohne Gletscher

Die Alpengletscher sind nicht mehr zu retten, wann der letzte Gletscher verschwunden ist, scheint...


Foto: DZ-4 GmbH

Der Solarboom kommt

Der richtige Solarboom kommt erst noch: Warum aktuelle Trends für eine Revolution im deutschen...


Folgen Sie uns: