UBA: Bezahlen für die Plastiktüte

Plastiktüten Foto: DUH

Für Einweg-Plastiktüten sollen Kunden künftig Geld bezahlen: Das empfiehlt das Umweltbundesamt (UBA). Ein Vorschlag, den auch manche Umweltverbäne erheben. Er trage dazu bei, „Ressourcen effizient zu nutzen, Abfälle zu vermeiden sowie den Abfalleintrag in die Meere zu verringern“, begründet das >I>UBA seinen Vorstoß.

Thomas Holzmann, Vizepräsident des UBA: „Einwegtüten sind ein kurzlebiges Produkt. Selbst wenn man sie zwei- oder dreimal verwendet, so lassen sie sich dennoch schwer mit Abfallvermeidung und effizienter Ressourcennutzung in Einklang bringen.“

 

UBA ließ an den Küsten die reste der Plastiktüten zählen

 

Aktuelle Daten belegten, so die Wissenschaftler des Amts in Dessau, dass kleine und große Einwegtüten aus Kunststoff sowie deren Reste in den Spülsäumen der Nord- und Ostsee durchgängig vorkämen. Die EU-Kommission habe deshalb im November eine Änderung der Verpackungsrichtlinie vorgeschlagen. Die Mitgliedstaaten sollen danach innerhalb von zwei Jahren den Verbrauch von sehr leichten Einweg-Tüten mit Wandstärken von weniger als 50 Mikrometer deutlich reduzieren.

Die aktuellen Zahlen zum Verbrauch im Land nennt das UBA auch: Die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung beziffere laut UBA in ihrer aktuellen Erhebung den derzeitigen Pro-Kopf-Verbrauch von Einweg-Tragetaschen in Deutschland auf 76 Stück pro Jahr. Der jährliche EU-Durchschnitt wird in dieser Erhebung auf 198 Einweg-Tragetaschen pro Einwohner beziffert.

Obwohl Deutschland über ein hoch entwickeltes Abfallwirtschaftssystem verfüge, so das Amt, gelangten doch regelmäßig Plastikabfälle in die Umwelt. Tüten-Reste ließen sich weltweit in Meeren und an Küsten finden. „Das gilt auch für die Ost- und die Nordsee“, sagt das UBA in einer Pressemeldung. Und nennt als Beleg erstmals Zählungen der Meeresschutzbehörden von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern: „In den Jahren 2008 bis 2012 wurden in den Spülsäumen der Nordsee durchschnittlich 1,5 Einweg-Tragetaschen aus Kunststoff und drei Hemdchenbeutel – kleine dünnwandige Plastiktüten pro hundert Meter Küstenlinie gefunden.“

Fragmente dieses Plastiks werden von Meereslebewesen mit Nahrung verwechselt und können die Mägen der Tiere verstopfen, was zum Tod durch Verhungern oder durch innere Verletzungen führen kann. Originalton UBA: „Die endgültige Zersetzung kann Jahrhunderte dauern. Dabei können Additive wie Weichmacher in die Meeresumwelt gelangen. Demgegenüber steht eine sehr kurze Nutzungsdauer der Tüten.“


red

 

 

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