UBA warnt vor PFOA in Outdoor-Kleidung

Foto: ap/Mark Chambers

Perfluoroktansäure (PFOA) in Outdoor-Kleidung bereitet den Chemikern des Umweltbundesamts (UBA) Kopfzerbrechen: „Besonders besorgniserregende Chemikalien gehören nicht in die Umwelt und sollten auch in Verbraucherprodukten ersetzt erden“, sagt UBA-Chef Jochen Flasbarth. Auf Drängen seines Amts, setzte die EU den Stoff jetzt auf eine Liste mit Chemikalien, die besonders überwacht werden.

 

Fast 12.000 Stoffe aus der Chemieproduktion sind bei der EU registriert. 144 besonders gefährliche stehen auf der so genannten „Kandidatenliste“ nach dem REACH-Abkommen. „Durch die Aufnahme eines Stoffes in die REACH-Kandidatenliste erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher besondere Auskunftsrechte, von denen sie auch Gebrauch machen sollten“, fordert Flasbarth aktuell die Käufer von Outdoor-Kleidung auf. Sie nämlich kann Perfluoroktansäure und das Salz dieser Säure (APFO) enthalten. Es soll die Textilien wasser-, schmutz- und fettabweisend machen. Die Chemikalie reichert sich jedoch in Nahrungsketten an und Mediziner finden sie inzwischen regelmäßig auch in untersuchten Blutproben.

 

Chemikalie verunreinigt Meere und die Pole der Erde

 

Die Chemikalie ist dabei sehr stabil. Das heißt, sie ist – wenn sie in die natürliche Umwelt gelangt – dort sehr gefährlich. Mit PFOA belastete Gewebeproben finden Forscher immer wieder selbst in entlegenen Regionen der Erde: in den Tiefen der Ozeane oder an den Polen des Globus - Eisbären, Robben und Seevögeln tragen den gefährlichen Stoff in sich!

Insgesamt sorgte das deutsche UBA dafür, dass sieben Chemikalien auf der REACH-Liste kommen. Neben PFOA schlugen die Spezialisten aus Dessau auch vor, in Harzen und Lacken vorkommenden Nonylphenolethoxylate unter spezielle Beobachtung zu stellen. „Aus ihnen entsteht in Kläranlagen und Gewässern das hormonell wirksame Nonylphenol, das die Fortpflanzung von Fischen schädigt“, heißt es dazu in einer Pressemeldung des UBA.

Wissenschaftler aus Schweden sorgten dafür, dass das giftige Schwermetall Cadmium und Cadmiumoxid als besonders besorgniserregend identifiziert und ebenfalls auf die Kandidatenliste geschrieben wurden. Auch der Weichmacher Dipentylphthalat steht nun auf der Liste.

 

Verbraucher können sich online über Gefahrstoffe informieren

 

Über vier weitere UBA-Vorschläge wurde noch nicht entschieden. Ziel der europäischen REACH-Verordnung sei es, so das UBA, „alle besonders besorgniserregenden Chemikalien schrittweise durch geeignete Alternativsubstanzen oder -technologien zu ersetzen.“ Für jede Chemikalie, die daher auf der „Kandidatenliste“ landet, gelten für die Hersteller und Händler dieser Stoffe besondere Vorsichtsregeln. Da PFOA nun auf der REACH-Kandidatenliste steht, „muss der Handel Verbrauchern und Verbraucherinnen – auf Nachfrage – mitteilen, ob ein Produkt PFOA oder einen anderen besonders besorgniserregenden Stoff in Anteilen über 0,1 Prozent enthält“, klären die Experten des Umweltbundesamts auf.

Verbraucher können sich darüber auch online informieren. Über das UBA-Portal lässt sich eine Anfrage einfach und rasch stellen. „Zusätzlich möchten die norwegische Umweltbehörde und das UBA der EU vorschlagen, die Herstellung und Verwendung dieser Chemikalie EU-weit zu beschränken“, kündigt die deutsche Behörde an.

 

 

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