Verkaufsplattform kontert Elektroschrott

Gründer Riedl, Kaminski, Windischhofer (v.l.n.r.) Foto: Refurbed

Ein gebraucht gekauftes iPhone, das nach wenigen Tagen schon kaputt war, brachte Peter Windischhofer auf seine Geschäftsidee: Gemeinsam mit Kilian Kaminski und Jürgen Riedl gründete er eine Firma, um Gebrauchtgeräte mit Garantie zu vermarkten. Günstiger sollten sie sein, aber aussehen und funktionieren wie neue Ware. Das ist die Idee von Refurbed.

Seit Anfang 2017 vermarktet die Plattform für generalüberholte und qualitativ hochwertige Produkte mit einheitlichen hohen Standards hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Garantie. Im Gespräch mit global° erzählt Peter Windischhofer Hintergründe.

 

Woher bezieht Ihr Eure Secondhand-Geräte und zahlt Ihr dafür?

Peter Windischhofer: Wir sind ein Marktplatz, das heißt, auf unserer Website bieten viele verschiedenen Händler und Refurbisher ihre Produkte an. Wir kontrollieren die Qualität der Händler, aber verkaufen selbst keine Gerät. Unser Modell ist ähnlich wie Amazon Marktplatz oder Ebay - aber nachhaltig!

 

Wer arbeitet die Geräte auf und wo geschieht das?

Die meisten unserer Produkte werden in Europa generalüberholt. Einige unserer Produkte kommen aber auch aus den USA oder China. Der Refurbish-Prozess wird dabei immer von spezialisierten Unternehmen übernommen, die Expertise für eine bestimmte Produktgruppe haben wie beispielsweise iPhones oder Laptops.

 

Wie könnt Ihr mit Eurem Service gegenüber Geräteneuheiten konkurrieren, die doch viele so gern haben möchten?

Unsere Produkte sind wesentlich günstiger als Neugeräte, Kunden sparen bis zu 40 Prozent. Trotzdem sind die Produkte qualitativ vergleichbar, da sie wie neu aussehen und funktionieren. Dafür gibt es bei uns immer zwischen 12 bis 24 Monate Garantie. Das wichtigste für uns ist jedoch, dass unsere Geräte durch die Wiederverwendung nachhaltig sind, so zu einer besseren Umwelt beitragen und eine wirkliche Alternative zur Wegwerfgesellschaft bieten.

 

Woher stammen die Ersatzteile?

Beim Refurbish-Prozesss werden sowohl originale Herstellerteile als auch qualitativ hochwertige Ersatzteile von zertifizierten Lieferanten verwendet.

 

Der Kauf von Refurbed-Geräten hilft gegen die E-Schrottflut

 

Peter Windischhofer pflanzt in Madagaskar Foto: Refurbed

Wie geht Ihr mit der Tatsache um, dass Hersteller oft das Reparieren verhindern wollen, etwa dass Akkus nicht ausbaubar sind?

Unsere Händler finden immer einen Weg, die Geräte wieder zu refurbishen. Außerdem sind die meisten der Produkte auf refurbed nicht kaputt, wodurch keine Reparatur notwendig ist. Diese gebrauchten Produkte werden einer intensiven Kontrolle unterzogen, um die Funktionsweise zu gewährleisten und sie werden optisch wieder vollständig aufbereitet. Daher geben unsere Händler auch die mindestens einjährige Garantie.

 

Wieviel E-Schrott spart Ihr mit Eurem Service ein, wieviel könnte es sein?

Elektroschrott ist die am schnellsten wachsende Müllkategorie weltweit und wird zu einem immer schwerwiegenderen ökologischen sowie gesellschaftspolitischen Problem. Insgesamt werden jährlich über 50 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert, wobei das meiste in Entwicklungsländer in Afrika nach Indien und China exportiert wird. Dort landen die Geräte auf Müllhalden oder werden verbrannt. Was wiederum das Grundwasser verseucht, die Gesundheit der lokalen Bevölkerung bedroht und natürlich die globale Atmosphäre mit Schadstoffen belastet. Durch den Kauf eines refurbed Geräts kann man aktiv gegen Elektroschrott ankämpfen und cirka 1 Kilogramm Elektroschrott und mehr als 150 Kilogramm CO2 einsparen.

 

Gibt es den Service ausschließlich online?

Ja, wir sind ‚nur‘ online, bieten dafür in ganz Deutschland kostenlosen Versand an. Zusätzlich gibt es die 30-tägige refurbed Testphase, wo man das Gerät kostenlos probieren und bei Bedarf gratis zurückschicken kann - was Gott sei Dank nur selten vorkommt.

 

Ihr pflanzt Bäume als Kompensation, um Eure Umweltbilanz aufzubessern: Wieviele habt Ihr schon gepflanzt und wo oder mit welcher Wirkung?

Wir haben schon mehrere Tausend Bäume zusammen mit Eden Reforestation Projects gepflanzt. Uns ist dabei der dreifaltige Nutzen unserer Projekte besonders wichtig: Speichern von CO2, Förderung lokaler Communities, Unterstützung des lokalen Ökosystems und der Biodiversität. Unsere Bäume werden in Entwicklungsländern wie Haiti, Madagaskar oder Nepal gepflanzt, wo durch das Projekt lokale Arbeitsplätze geschaffen werden. In Madagaskar werden zum Beispiel Mangroven an Flüssen gepflanzt, die die Erosion verhindern und den Fischbestand stärken.


pit

 

 

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