Wasserkraft: Chinesen stauen Flüsse der Welt auf

Foto: flickr/Evangeline Cooper

Pervertierter Run auf erneuerbare Energien: China engagiert sich. Ingenieure und Banker aus dem Reich der Mitte sind bei nicht weniger als 308 Megastaudämmen in 70 Ländern der Erde als Geldgeber und Bauarbeiter dabei. Das recherchierte jetzt International Rivers. Chinas Staatsfirma Sinohydro Corporationsei inzwischen der größte Bauherr von Wasserkraftwerken an Staumauern auf der ganzen Erde, klagt die NGO an, „mit allen negativen Folgen für Umwelt und Klima“.

Zwar zählt Wasserkraft zu den „grünen“ Energiequellen. Die Großbaustellen aber sorgen für lokale Umweltschäden durch die immensen Erdbewegungen auf den Mega-Baustellen. Hinzu kommen meist soziale Konflikte – etwa durch die Umsiedlung und Flutung ganzer Kommunen. Und sogar eine Zunahme bei der Freisetzung von Kohlendioxid ist möglich – wenn die Arbeiter für den Dammbau etwa Regenwald roden.

 

 

Cover: International Rivers

Chinesen bauen Wasserkraftwerke – ohne Rücksicht auf Menschen

 

Die Chinesen haben Erfahrung mit Staudämmen. Seit dem Bau der Drei-Schluchten-Mauer am Oberlauf des Gelben Flusses gelten sie als Spezialisten für riesige Wasserkraftanlagen. Die China Export-Import Bank (China Exim Bank) gilt als größter Kapitalgeber für derlei Projekte. Sie finanziert Dammbauten in Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa, listet der Report von International Rivers minutiös auf. Die Rechercheure der Umweltorganisation International Rivers stellten das Dossier mit den Namen der Bauprojekte und der diversen am Bau beteiligten Firmen zusammen.

Etwa die Hälfte aller weltweit geplanten oder schon gebauten Dämme stehen in Südostasien. 28 Prozent sollen in Afrika betoniert werden, 8 Prozent in Südamerika. Seit 2008, fand die Umweltorganisation jetzt heraus, stieg der Anteil der von China mit unterstützten Staudammbauten um 300 Prozent.

Die Arbeiter sind dabei wenig zimperlich. International Rivers beschreibt etwa, dass beim Errichten des Merowe-Damms im Sudan 50.000 Menschen gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Bei Protesten habe es „einige Tote und viele Verletzte“ gegeben, als massiv die Ordnungskräfte einschritten.

Umweltgruppen gibt International Rivers in mehreren Sprachen neben Informationen auch Tipps für Aktionen gegen zerstörerische Bauprojekte.

 

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