Wegwerfgesellschaft: Refurbished-IT im Trend

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Mindestens alle zwei Jahre, wenn nicht öfter, leisten wir uns ein neues Handy, weil das in der Regel mit der Vertragsverlängerung automatisch kommt. Auch der PC oder Laptop muss regelmäßig gegen ein neues Gerät ausgetauscht werden, da er in vielen Fällen nach zwei bis drei Jahren einfach zu langsam geworden ist.

Und letztendlich gibt es auch beim liebgewonnenen Tablet nach kurzer Zeit eine leistungsfähigere Version, die zum Beispiel bessere Fotos machen kann. Und schließlich, wenn wir ehrlich sind, ist der Fernseher auch nicht mehr auf dem neuesten technischen Stand.

 

Schneller, höher, stärker

 

So oder so ähnlich ist bei vielen das Szenario, wenn es um die IT-Technik geht. Wir Konsumentinnen und Komnsumentren haben uns daran gewöhnt, dass wir unsere Handys, Notebooks und Tablets nach kurzer Zeit austauschen. Verlockende Angebote der verschiedenen Hersteller machen es uns auch leichter, ein neues Gerät zu kaufen. Und ohne viel nachzudenken, wird zugegriffen. Denn schließlich kann ein neues Gerät immer mehr als das alte. Auch ist das Muss von neuen IT-Geräten in vielen Kreisen bereits zu einem Statussymbol geworden. Und wer ein altes Gerät besitzt, läuft Gefahr, als Außenseiter behandelt zu werden.

 

Folgen der Wegwerfgesellschaft

 

Die Gründe für die Anschaffung von neuen IT-Geräten sind, was die Folgen betrifft, komplett egal. Fest steht jedoch, dass die Menge an Elektromüll bzw. der Elektroschrott in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. So die Ergebnisse des Global E-waste Monitors 2017

 

Was zählt zum E-waste?

 

Der Begriff "Elektronikmüll" wird heutzutage sehr weit gefasst. So werden im E-waste Monitor darunter verstanden:

 

  • Geräte, die Temperaturen austauschen, wie zum Beispiel Klimaanlagen oder Kühlschränke,
  • alle möglichen Arten von "Screens", wie zum Beispiel TV-Geräte, Laptops oder Tablets
  • Lampen
  • Elektrogroßgeräte, also Weiße Ware
  • Kleinelektrogeräte, wie zum Beispiel Radios, Videokameras oder elektrische bzw. elektronische Spielzeuge
  • IT- und Telekommunikationsgeräten, wie zum Beispiel Mobiltelefone, GPS-Systeme, PCs oder Drucker
  •  

    Wird der E-waste als Ganzes betrachtet, dann wurden im Jahr 2016 44,7 Millionen Tonnen weltweit produziert. Dies entspricht dem Gewicht des Eiffelturms 4.500-mal. Oder anders ausgedrückt, sind das 6,1 Kilogramm Müll pro Einwohner, so die Zahlen im E-waste-Bericht. In Europa belief sich für 2016 die Menge an Elektronikmüll auf durchschnittlich 16,6 Kilogramm pro Einwohner. Mit 12,3 Millionen Tonnen wurden in Europa 2016 27,5 Prozent des weltweilten E-waste produziert.

     

    Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT)

     

    Im Zuge des Wachstums und der Ausdehnung der Informationsgesellschaft über den gesamten Erdball kommt es zur Entwicklung von immer mehr Anwendungen. So hat die Informations- und Kommunikationstechnologie schon seit Langem Einzug in das private Leben gehalten, nicht nur in Europa, sondern in allen Teilen der Welt.

     

    Im Jahr 2013 betrug der Lebenszyklus eines Smartphones in Deutschland 17,1 Monate. In den USA belief sich diese Lebenszeit auf 20,5, in Spanien wurde das Handy nach 16,6 Monaten gewechselt. Im Jahr 2015 hat sich der Lebenszyklus der Smartphones in diesen Ländern zwar etwas verlängert, aber dafür besitzen die Menschen oft nicht mehr nur ein Mobiltelefon, sondern zwei oder mehr.

     

    Laut E-waste-Bericht wurden 3,9 Tonnen Elektromüll durch IT- und Telekommunikationsgeräte produziert, bei den Bildschirmen, also den "Screens", kamen 2016 6,6 Tonnen Müll weltweit zusammen.

     

    Refurbished-IT

     

    In Anbetracht der Zahlen aus dem E-waste Bericht 2017 braucht man nicht lange nachzudenken, um zu sehen, dass eine Reduzierung von Elektronikmüll nachhaltig und umweltfreundlich ist. Und so ergibt sich für die Konsumenten ein Zielkonflikt: Umweltbewusstem und nachhaltigem Denken steht die Schnelllebigkeit der IT-Geräte gegenüber. Und es scheint kein Ausweg in Sicht, wenn man auf gute und schnelle Geräte Wert legt.

     

    Lösung des Dilemmas

     

    Eine Möglichkeit, dem beschriebenen Dilemma doch zu entgehen, sind sogenannte Refurbished-IT Geräte. Darunter werden Geräte verstanden, die aus verschiedenen Gründen ausgemustert werden, aber nicht etwa, weil sie zu alt oder unbrauchbar sind. Da die Geräte zumeist aus Unternehmen stammen, also leistungsstarke Businessgeräte sind, ist ein gängiger Grund für die Ausmusterung, dass der Leasingvertrag beendet worden ist. Die Geräte selbst sind so ausgelegt, dass sie auch über die Laufzeit des Vertrags noch prima weiter funktionieren. Weiter zählen zu dieser Gruppe Demoware, Sonderposten und gebrauchte A- bzw. B-Ware.

     

    Und eben diese Geräte werden als Refurbished-IT-Geräte zum Verkauf, wie zum Beispiel bei NicePriceIT, angeboten, nachdem sie gereinigt, überholt und geprüft worden sind. Oft werden sie mit einer 12- bis 24monatigen Garantie verkauft, und die Preisersparnis kann bis zu 50 Prozent betragen. Da es sich bei den Händlern um keine Privatpersonen handelt, kann das erstandene Gerät innerhalb von 14-Tagen auch umgetauscht werden. Es gelten also die gleichen Bedingungen, wie wenn man ein neues Gerät kauft; nur wird auch etwas für die Umwelt getan.

     

    Arijana Gordanshekan

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