Wie fair ist der Smartphone-Trend?

Teenagermit neuem Smartphone Foto: Flickr CC/Pabak Sarkar

Smartphones gehören zu den wichtigsten Konsumgütern unserer Zeit. Kaum ein Produkt verändert sich schneller als das Handy: Neue Features und technische Raffinessen bewegen Verbraucher immer früher zum Umstieg auf ein anderes Modell. Doch Ökobilanz und Produktionsbedingungen werfen einen Schatten auf die blank polierten High-Tech-Wunder.

 

Die Wahl des Telefons ist zu einer Frage des Lifestyles geworden. Durchschnittlich alle zwei Jahre tauschen die Deutschen ihr Mobiltelefon gegen ein aktuelleres Modell. Wählen können Sie dabei aus einer schier endlosen Auswahl an Geräten. Zur Kaufentscheidung führen meist Kennwerte zu Kamera, Betriebssystem, Display oder Akkulaufzeit, die von Anbietern wie 1&1 auf Vergleichsseiten anschaulich gegenübergestellt werden. Angaben zur Herkunft der Rohstoffe, zu den Produktions- und Arbeitsbedingungen hingegen sucht man vergebens. Hier können nur wenige Anbieter mit nennenswerten Initiativen punkten.

 

Die Ursprünge vieler Smartphones sind oft düsterer als ihre strahlenden Displays erahnen lassen. Vor allem in den Bereichen Klimaschutz, Ökologie und Arbeitsbedingungen zeigen sich zum Teil erhebliche Mängel. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Ranking-Portals Rankabrand, das 20 der weltweit wichtigsten Elektronikhersteller unter die Lupe genommen hat. Wie die Gesamtstatistik zeigt, steht das Thema Nachhaltigkeit nicht bei allen Herstellern auf der Tagesordnung.

 

Während Fairphone, Apple und Nokia ein gutes Ranking erzielen konnten, schnitten HTC, ZTE, LG> und Microsoft im Nachhaltigkeits-Check schlecht ab. Das Schlusslicht bildet der chinesische Hersteller Huawei. Zwar berichten alle 20 Unternehmen von Maßnahmen zum Klimaschutz, eine effektive Reduzierung von Treibhausgasen in der gesamten Lieferkette konnten bisher jedoch lediglich Nokia, HP und Lenovo erzielen. Bei der Formulierung weiterer Klimaschutzziele überzeugten Sony, Phillips, Microsoft und Dell<. Auf erneuerbare Energien setzte dem Bericht zufolge nur ein Hersteller: Bereits im Jahr 2013 deckte Apple 75 Prozent seines Energiebedarfs durch erneuerbare Energien. Keiner der untersuchten Hersteller konnte aufzeigen, dass während der Produktion auf schädliche Chemikalien wie PVC, bromierte Flammschutzmittel, Beryllium, Antimon und Phthalate verzichtet wird. Lediglich Nokia und Motorola haben PVC und bromierte Flammschutzmittel aus ihren Produkten entfernt.

 

Fair produzierte Produkte hingegen konnte den Untersuchungsergebnissen zufolge keiner der Hersteller gewährleisten. Zwar informieren 19 der 20 untersuchten Hersteller ihre Zulieferer über den Gebrauch eines Verhaltenskodex, dieser entspricht jedoch nur bei Fairphone und HP den ILO-Kernarbeitsnormen.


red

 

 

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