29.05.2019

Wie viel Leid steckt eigentlich in der Merinowolle?

Foto: Pixabay CC0 / L0nd0ner

Das Merinoschaf stammt ursprünglich aus Nordafrika und gelangte im Mittelalter nach Spanien. Heute stammen fast 100% der Merinowolle aus Australien. Die Produktion dort steht bei einem Teil der Tierschutzorganisationen wegen Tierquälerei in der Kritik. Die Filmemacherin Joanna Michna und ihr Team sind nach Australien gefahren, um zu dokumentieren, unter welchen Umständen Wolle dort produziert wird.

 

Was sie dort zu sehen bekam, brachte das Team an die Grenzen des Erträglichen. Auf mehreren Schaffarmen wurde den Lämmchen der Schwanz abgeschnitten und männlicher Nachwuchs kastriert, meist ohne Betäubung. Darüber hinaus wird bei den Lämmern das sogenannte Mulesing angewandt, eine Operation, bei der ihnen ohne Betäubung ein Teil der Haut rund um den Schwanz entfernt wird, so dass dort kein Fliegenbefall auftreten kann. Grund für diese Quälerei sind die Hautfalten, die den Merinoschafen angezüchtet wurden. Auf viel Hautoberfläche wächst nun mal viel Wolle. Dumm nur, dass in den feuchten und warmen Falten am Hinterteil Fliegen gerne ihre Maden schlüpfen lassen. Diese bohren sich durch die Haut und fressen das Schaf von innen auf. Mit dem kostengünstigen und effektiv vorbeugenden Mulesing können die Tiere vor dem qualvollen Tod bewahrt werden.

 

In der ZDFzoom Reportage spricht Joanna Michna mit Farmern und Insidern, mit Mulesing-Verfechtern und mit Schafzüchtern, die ihre Tiere durch alternative Methoden schützen. Übrigens 75 Prozent der australischen Wolle geht nach China zur Weiterverarbeitung. Auch dort war das ZDF-Team und berichtet wie es den Chinesen gelingt, die Wolle von verstümmelten und nicht verstümmelten Schafen auseinander zu halten.

 

Wer mithelfen will, operative Eingriffe an Schafen ohne Schmerz- oder Betäubungsmittel in Australien zu stoppen, kann hier die Petition der Autorin unterschreiben...

 

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