19.01.2020

YouTube schaltet klimaleugnende Videos bei Top-Marken

Foto: Tymon Oziemblewski / Pixabay CC0

Laut einem Bericht der US-Aktivistengruppe Avaaz werben Top-Marken wie Samsung, L'Oreal, Danone und globale Umweltorganisationen wie Greenpeace oder der WWF und viele weitere unwissentlich auf Youtube mit klimaleugnenden Werbe-Videos, die Fehlinformationen zum Klimawandel enthalten. Sie haben YouTube aufgefordert, die Verbreitung dieser gefährlichen Desinformationen zum Klimawandel zu stoppen.

 

YouTube ist der größte Fernsehkanal der Welt und empfiehlt Falschinformationen zum Klima an Millionen Menschen, während unser Planet brennt. Hier geht es nicht um Redefreiheit, sondern um Gratiswerbung von YouTube für sachlich falsche Videos, die Bürger über eine der größten Krisen unserer Zeit verwirren. YouTube sollte Fehlinformationen nicht vorschlagen, empfehlen, präsentieren, bewerben oder seinen Nutzern vorstellen”, kritisiert Julie Deruy, leitende Aktivisitin bei Avaaz.

Avaaz hat die YouTube-Videos untersucht und fanden heraus, dass 16 Prozent der 100 am häufigsten empfohlenen Videos zum Suchbegriff "globale Erwärmung" Desinformationen enthalten. Dabei haben die Top 10 Videos durchschnittlich über eine Million Aufrufe pro Video. Für “Klimawandel” liegt die Zahl der Fehlinformationen bei 8% und steigt bei “Klimamanipulation” auf 21%. Laut der Untersuchung ist dies nur die Spitze des Eisbergs, da der Empfehlungsalgorithmus von YouTube für etwa 70 Prozent der Zeit verantwortlich ist, die Nutzer/innen insgesamt auf der Plattform verbringen.

 

"Fehlinformationen zum Klima gefährden die Gesundheit und Sicherheit unserer Gesellschaft und unseres ganzen Planeten. YouTube hat begrüßenswerte Schritte gegen Fehlinformationen unternommen, aber unsere Recherche zeigt es muss mehr tun. YouTube kann und sollte sofort Fehlinformationen zum Klimawandel in seinen Content-Richtlinien ausschließen und Unternehmen erlauben, ihre Werbung von Videos mit Klimadesinformation auszuschließen,” so Julie Deruy.

Der Bericht ergab auch, dass die Firmen und Oranisationen nicht wussten, dass solche Videos auf ihren Kanälen geschaltet werden. Sie alle haben YouTube aufgefordert, sofort aktiv zu werden. So wie das YouTube-Werbemodell funktioniert, gehen 55 Prozent der Werbeeinnahmen an den Videoproduzenten und die anderen 45 Prozent an YouTube.

 

Laut "pressetext.com" stellt YouTube den Bericht von Avaaz wohl infrage. Die Aktivistengruppe würde die Inhalte der Videos subjektiv bewerten. Brands hätten zudem die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, welche Werbungen auf ihren Kanälen zu sehen sind.


hjo

 

 

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