Züge könnten Strom aus Erneuerbaren speichern

Foto: ARES

Züge als Energiespeicher: Mit einer neuen – gut 90 Jahre alten – Idee, will eine Firma aus Kalifornien das Speicherproblem der Stromproduktion mit erneuerbaren Energien vorantreiben. Die Lösung ist die Bremskraft von Eisenbahnwaggons.

Im Prinzip funktioniert das System wie ein Pumpspeicher-Stausee. Mit überschüssig produzierter Energie wird ein Vorrat angelegt, der in schwachen Produktionszeiten oder wenn hoher Absatz besteht, wieder in Strom zurückverwandelt werden kann.Der Vorteil der Eisenbahn ist, dass für die Strecke viel weniger Eingriffe in die Landschaft notwendig sein werden. Der Energiespeicher ist zudem viel günstiger zu realisieren.

 

Ökostrom-Speicher: mit E-Loks und einem Berg

 

Grund genug für die US-Firma Advanced Rail Energy Storage (ARES) ihr Projekt zu starten. „Alles was man dafür braucht ist eine Schiene mit Lok und einen Berg“, berichtet Green-Wiwo über die Idee. Die E-Lok zieht die mit schwerer Last beladenen Waggons eine Bergstrecke hinauf: Das ist die Speicherung. Fährt der Zug bergab, gewinnt ARES aus der Bremskraft die Energie zurück.

Alles (fast) ohne CO2: Denn die Lok fährt mit Ökostrom aus Sonne und Wind – lediglich die Stahlproduktion für schienen, Lok und Waggons verschmutzt die Atmosphäre.

 

Ökosdtrom-Speicher: Test-Gleise in den USA im Bau

 

Auf einer Teststrecke in Nevada sollen 32 E-Loks mit 272 Tonnen Steinen beladene Züge eine acht Kilometer lange und acht Prozent steile Strecke hinauf ziehen. Die Talfahrt könnte dann 48 Megawatt Strom wieder gewinnen. Das Potenzial aber schätzt ARES höher ein: Laut Firmenangaben könne das Schienensystem bis zu drei Gigawatt Leistung und 24 Gigawattstunden Speicherkapazität erzeugen. Genug um damit etwa drei Millionen US-Haushalte acht Stunden lang mit Strom versorgen.

Das System soll über intelligente Vernetzung noch effektiver werden. Green-Wiwo: Eine zusätzliche Leitung entlang der Gleise überträgt den Strom auf die E-Loks und übermittelt die erzeugte Elektrizität ins Netz. Dahinter steckt zugleich ein intelligentes Schienensystem, das die Züge koordiniert. Denn die Leitung sammelt auch Positions-Informationen der Waggons, schickt die Waggons in der Warteschlange nacheinander los. So sorgt das System für einen konstanten Stromfluss.


pit

 

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