Antibiotika aus der Altamira- oder Lascaux-Höhle?

Bison an der Altamira-Höhlenwand Foto: Wikimedia CC/Ramessos

Cesáreo Sáiz-Jiminez ist einer der angesehensten Mikrobiologen Spaniens. Während seines Medizinstudiums träumte er vom Film.… Ein paar Wegbiegungen und Zufälle des Lebens später steht er in der Umgebung von Sevilla und kratzt mit einem Messerchen die Wände eines Grabes ab. Er ist Biologe und Chemieingenieur geworden und hat seine Leidenschaft für den Denkmalschutz entdeckt. Schwerpunkt seiner Forschung sind mikroskopische Organismen, die in unserer Umgebung (Städte, Kirchen, Paläste, Höhlen, unterirdische Nekropolen) gefunden werden können.

 

Im Magazin über europäische Forschung (FTE info) sagt er: „Ich mache das, was mir am meisten gefällt auf der Welt. Wenn ich die Bisons von Altamira, die römischen Mosaiken, die Nekropolen sehe, bin ich im Paradies. Mein Labor enthält die ganze Schönheit der vergangenen Kulturen. Und dann bezahlt mich die Gesellschaft noch dafür, dass ich meiner Leidenschaft frönen kann.“

 

Tatsächlich ist Cesáreo seit 20 Jahren einer der größten Experten für Pilze und Bakterien aus der Altamira-Höhle. In der Höhle von Lascaux in Frankreich entdeckte er 2013 ein Pilz, der noch nie zuvor beschrieben worden war. Mit dieser Entdeckung schaffte er es sogar in die Top 10 New Species of 2013 aufgenommen zu werden. Diese Liste der zehn wichtigsten Entdeckungen der Welt wird jährlich von der Arizona State University herausgegeben.

 

Sein Labor beherbergt zwischenzeitlich an die 1000 Bakterien und Mikroben. Viele der in den Höhlen entdeckten Bakterien waren der Wissenschaft noch unbekannt und könnten sich als unschätzbare Ressource erweisen. Die in Altamira vorgefundenen zum Beispiel erlaubten die Entwicklung eines neuen Breitbandantibiotikums, des Altamiramycins. Saiz ist davon überzeugt, dass noch viele bioaktive Substanzen oder Antibiotika in seinem Fundus schlummern.

 

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