28.05.2019

Besorgniserregend: Antibiotika in Flüssen

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Silviarita

Wisssenschaftler der University of York entdecken in 65 Prozent ihrer untersuchten Wasserproben aus Flüssen auf der ganzen Welt schlimme Antibiotika. Die Messwerte erreichten das 300-Fache der „sicheren“ Grenzwerte, berichtet jetzt die Agentur Pressetext über die aktuelle Studie aus England.

Die Forscher um den Studienleiter John Wilkinson suchten nach den Medikamenten im Wasser in 72 Ländern auf sechs Kontinenten – unter anderem in den Flüssen Donau, Mekong, Seine, Themse sowie Tiber und Tigris.

"Metronidazol, ein Wirkstoff, der zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt wird, überschritt die sicheren Höchstwerte mit dem größten Abstand“, scheibt die Agentur über die Studienergebnisse aus York.

Der Wirkstoff werde vor allem bei der Behandlung von Infektionen der Haut und im Mund eingesetzt. Die Konzentrationen an einem Ort in Bangladesch waren um das 300-Fache erhöht.

 

Chemie in Flüssen: Standort in Österreich mit den Höchsten Belastungen

 

Nicht nur in fernen Ländern sind die Verunreinigungen schlimm. Auch in der Themse und einem ihrer Nebenflüsse konnte eine Antibiotikakonzentration von 233 Nanogramm pro Liter (ng/l) nachgewiesen werden, so Pressetext.

Kein Einzelfall: Trimethoprim war, schreibt die Agentur, das am häufigsten auftretende Antibiotikum. Es wurde an 307 der 711 Standorte nachgewiesen. Das Mittel werde vor allem zu Behandlung von Harnwegsinfektionen eingesetzt.

 

 

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Die Forscher verglichen die Kontrolldaten mit den von der Industry Alliance ( AMR) festgelegten Höchstwerten. Je nach Antibiotikum liegen diese zwischen 20 und 32.000 ng/l. Ciprofloxacin war der Wirkstoff, der nach Angaben der Forscher in ihrer Studie am häufigsten die noch als sicher geltenden Höchstmengen überschritt.

Diese Grenzwerte wurden an 51 Orten überschritten.

Laut den Forschern wurden die Grenzwerte am häufigsten in Asien und Afrika überschritten. Aber auch Standorte in Europa, Nordamerika und Südamerika wiesen besorgniserregende Werte auf. Die größten Überschreitungen der Grenzwerte konnten in Bangladesch, Kenia, Ghana, Pakistan und Nigeria festgestellt werden.

Ein Standort in Österreich wurde als der in Europa am stärksten belastete eingestuft.

Standorte mit hohem Risiko befänden sich, schreibt Presetext, „typischerweise nahe an Abwassereinigungsanlagen, Kläranlagen oder Mülldeponien“. Betroffen seien jedoch auch auch Regionen mit politischen Unruhen wie das Grenzgebiet von Israel und Palästina.


jsu

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