Chemieindustrie sucht nach Ersatz für Erdöl

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Chemieindustrie wird nachhaltig: Nachwachsende Rohstoffe liefert künftig als Basis die Bausteine für Kunststoffe, Medizin und Werkstoffe. Das verringert den Verbrauch der bislang verwendeten fossilen Ressourcen und schützt so am Ende das Klima der Erde.

Ein Verbund aus Forschungsinstitutionen und Industriepartnern forscht unter der wissenschaftlichen Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) daran, den in Biomasse enthaltenen Kohlenstoff und das in der industriellen Produktion als Nebenprodukt anfallende Kohlendioxid als Kohlenstoffquelle nutzbar zu machen. Das berichtet jetzt die Sonnenseite von Franz Alt: „Ziel ist die Entwicklung einer neuartigen Prozesskette für die Synthese der Basis-Chemikalie Methanol.“ Der Verbund OptiMeOH werde nun vom Bundesforschungsministerium (BMBF) mit 1,4 Millionen Euro gefördert.

 

Methanol aus Abfall als Grundstoff der Chemieindustrie

 

Als weltweit verfügbare nachhaltige Kohlenstoffquelle könnte in Zukunft Biomasse genutzt werden - vorzugsweise organische Reststoffe aus Industrie und kommunaler Entsorgung. Forscher des KIT, der DVGW-Forschungsstelle (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches), der Universität Stuttgart und der TU Kaiserslautern starteten dafür mit drei Industriepartnern das Projekt „ Optimierte Prozesskette zur ressourceneffizienten Methanolsynthese - OptiMeOH“.

Sie wollen eine neue Prozesskette zur Synthese von Methanol entwickeln und auf fossile Rohstoffe entweder ganz verzichten oder Kohlendioxid aus fossilen Quellen recycelt. „Die Kohlenstoffausnutzung und Ressourceneffizienz werden dadurch deutlich verbessert“, sagt Siegfried Bajohr vom Engler-Bunte-Institut des KIT.

Methanol ist ein wichtiges Ausgangsmaterial für die chemische Industrie. Es ist etwa für die Produktion von Ameisen- und Essigsäure, Formaldehyd sowie von Lacken und Farben einsetzbar. 2015 nutzte die Chemieindustrie weltweite rund 65 Millionen Tonnen.

„Eine unserer Hauptaufgaben ist es, zu untersuchen, wie viel Treibhausgas durch verfahrenstechnische Verbesserungen eingespart werden kann“, sagt Chemieingenieurin Nike Trudel vom KIT. Die neue Prozesskette wird unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten mit etablierten Prozessen verglichen und bewertet. In einer Machbarkeitsstudie soll die Einbindung der Technologie in unterschiedliche Industriestandorte beurteilt werden. „Der Prozess wird ganzheitlich bilanziert, sein Wirkungsgrad und seine Ökobilanz werden mit den Methanol-Herstellungsprozessen basierend auf Kohle, Erdöl oder Erdgas verglichen“, so Bajohr.


red

 

 

Lesen Sie auch:

 

Biobased Worl – die Welt der Bioökonomie in Köln

LEGO will 2030 ohne Plastik auskommen

TECNARO: 18 Jahre Biokunststoff ARBOFORM

Nora Sophie Greifahn von C2C e. V. Foto: C2C

C2C will „neues Denken voranbringen“

In Berlin eröffnete jetzt der Cradle-to-cradle e. V. die weltweit erste umfassende...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Screenshot: ARD-Video

Alpendämmerung – Europa ohne Gletscher

Die Alpengletscher sind nicht mehr zu retten, wann der letzte Gletscher verschwunden ist, scheint...


Neu im global° blog

Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Screenshot: ARD-Video

Alpendämmerung – Europa ohne Gletscher

Die Alpengletscher sind nicht mehr zu retten, wann der letzte Gletscher verschwunden ist, scheint...


Foto: DZ-4 GmbH

Der Solarboom kommt

Der richtige Solarboom kommt erst noch: Warum aktuelle Trends für eine Revolution im deutschen...


Folgen Sie uns: