14.07.2019

„Dicke Luft“ auf Radwegen in Städten

Das Team vom IASS mit den Rädern und Messgeräten Foto: IASS/ G. Westrich

Luftverschmutzung ist eine globale Herausforderung, die jährlich eine große Zahl vorzeitiger Todesfälle verursacht. Besonders hoch ist die Luftbelastung in städtischen Ballungsräumen. Ein Team am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) hat die Schadstoffkonzentrationen von Städten und die beeinflussenden Faktoren der Luftqualität untersucht.

 

Die Messungen der Partikelzahl-Konzentrationen wurden unter anderem auch auf Fahrrädern durchgeführt. Hierfür hat das Team um Erika von Schneidemesser vom IASS häufig befahrene Radstrecken in den Stadtgebieten von Berlin und Potsdam ausgewählt. Dank neuer Messtechniken war es den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen möglich, die Konzentration von schädlichen Partikeln sowohl in Echtzeit während des Fahrens, als auch an stationären Messstationen ein Sommervierteljahr lang zu erheben. Zugleich wurde eine Methode entwickelt, die Schwankungen der durchschnittlichen Umgebungskonzentrationen pro Fahrt berücksichtigt und einen Vergleich über alle Strecken hinweg ermöglicht.

 

Das Ergebnis der Studie zeigt, es gibt große Unterschiede bei den Luftverschmutzungswerten, je nach Straßentyp, Umweltumgebung und Fahrzeugtyp. Vor allem wenn Busse, Motorräder oder LKW unterwegs sind, führt dies zu einem Anstieg der Partikelkonzentrationen um 30 bis 40 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Umgebungsniveau. Bei Staus sind es sogar 47 Prozent, steht der Radfahrer zwischen Autos an der Ampel immerhin noch 35 Prozent. Das Radfahren in Wohngegenden dagegen verringerte die Partikelanzahl um 17 Prozent, im Grünen sogar um 22 Prozent.

 

 

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„Die Ergebnisse klingen auf den ersten Blick logisch. Aber jetzt haben wir valide Messdaten, die solch gängige Annahmen auch quantitativ belegen“, sagt Erika von Schneidemesser vom IASS. Die Empfehlung der Wissenschaft: Künftige Stadtplanung sollte Radwege eher auf Nebenstraßen parallel zur Hauptstraße vorsehen, um die Feinstaub-Exposition zu verringern. Alternativ nehmen Radlerinnen und Radler besser die Radwege, die durch Parks und Wohngebiete führen. Auf jeden Fall aber isr Radfahren, auch auf Hauptstraßen, immer noch viel gesünder als Autofahren!

 

Die Ergebnisse der Studie sind in "Science of the Total Environment" veröffentlicht worden...


red

 

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