Energie-Elefanten

Foto:Photocase/DWerner

110 000 Kalorien verbraucht ein durchschnittlicher Deutscher pro Tag. Allerdings nehmen wir nur einen Bruchteil dieser Energie als Nahrung auf. Der Rest der Kalorien kommt aus der Steckdose und ernährt all die schönen Geräte, die unseren Alltag angenehmer machen. Im Rest der Tierwelt sieht das aber anders aus. Hier geht sämtliche Energie direkt auf die Hüfte. Bei einer Giraffe sind das zum Beispiel 6000 Kalorien pro Tag.

Umso erstaunlich ist das Ergebnis einer neuen Studie des MPI für demographische Studien in Rostock. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass sich die demographischen Merkmale des Menschen durchaus biologisch verhalten. Und das trotz seines einmalig elektrischen Energieverbrauchs. Denn in der Biologie gilt: Je höher der Energieverbrauch eines Tieres, desto größer wird seine Masse. Und je größer die Masse ist, desto länger lebt das Tier und desto später bekommt es auch Junge. Das zeigt schon ein einfach Vergleich zwischen einer Maus und der bereits erwähnten Giraffe. Während die 800 Kilogramm Giraffe um die 36 Jahre alt wird und nur ca. 0,6 Junge pro Jahr gebärt, produziert die 45 Gramm Maus um die 25 Jungen. Und das in nur 5 kurzen Jahren Lebenszeit.

Würde der Mensch alle verbrauchte Energie als Nahrung zu sich nehmen, würde er ca. 6435 Kilo wiegen. Doppelt so viel wie ein Elefant. Er würde maximal 112 Jahre alt werden und frühestens mit 27 Kinder kriegen. Durch die außergewöhnliche Fähigkeit des externen Konsums, wurde der Mensch nun glücklicherweise von dem fundamentalen Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und Körpergewicht befreit. Ansonsten stimmen die demographischen Daten des theoretischen Elefantenmenschen aber erstaunlich genau mit dem eines Durchschnittsdeutschen überein. Obwohl wir deutlich weniger wiegen als eine Giraffe, werden wir um einiges älter und bekommen im Schnitt auch wesentlich weniger Kinder. Der externe Energieverbrauch wirkt also demographisch ähnlich wie der interne. Das sind Daten die auch vom Vergleich zwischen Ländern unterschiedlichen Energieniveaus bestätigt werden: Wer mehr Energie verbraucht lebt länger und bekommt weniger Kinder. Der Mensch hat sich die Natur vielleicht zum Untertan gemacht, ihren Gesetzmäßigkeiten kann er sich aber scheinbar trotzdem nicht entziehen.

 

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