Erneuerbare: Das fehlende Salz in der Suppe

Foto: Wikimedia/W.J. Pilsak

Das uralte Problem der Energiewende: Erneuerbare ja – aber was, wenn es mal an Wind oder Sonne mangelt? Fragen, die etwa angesichts des dunkelsten deutschen Winters seit 60 Jahren immer neu entbrennen.

 

Überschüssige Energie so speichern, dass sie bei Bedarf problemlos verfügbar wird – das war und ist die größte Herausforderung der Abkehr von fossilen Brennstoffen. Wissenschaftlern der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen/Nürnberg ist jetzt möglicherweise ein Durchbruch gelungen.

 

Die Speicherung des Überschusses in Form von flüssigem Methanol ist bereits gängige Praxis. Dabei sind jedoch eine Menge Probleme zu berücksichtigen: Erstens muss die Reaktion vom Methanol zurück zum Energieträger Wasserstoff so schnell und effizient sein, dass sich der Aufwand überhaupt lohnt. Zweitens sollte das Zwischenprodukt des Prozesses, Kohlenstoffmonoxid (CO), möglichst vollständig zu CO2 weiter reagieren, da freies, giftiges CO den Katalysator schädigt.

 

In der Kürze liegt die Würze

 

Der Clou von Prof. Dr. Peter Wasserscheid und Prof. Dr. Jörg Libuda an der FAU: Sie beschichteten ihren Platin-Katalysator mit einem dünnen, alkalischen Salzfilm. Das Salz sorgt dafür, dass CO stärker an den Katalysator bindet und damit viel wahrscheinlicher „weiterverwertet“ wird. Außerdem ziehen die Salze Wasser an wie ein Magnet – Wasser, das für den reibungslosen Ablauf des chemischen Prozesses unerlässlich ist. Der gebildete Wasserstoff verlässt die Reaktionszone schnell, so dass weiteres Methanol besser umgesetzt werden kann.

 

Das erfolgreiche Fazit der Forscher: Die Salzbeschichtung sorgt dafür, dass sich mit 99 Prozent Wahrscheinlichkeit die gewünschten Endprodukte, Wasserstoff und CO2, bilden. Ohne die Beschichtung lag die Quote nur bei 60 Prozent. Außerdem lief die Reaktion mit Hilfe der „gewürzten“ Katalysatoren schneller ab als im „ungesalzenen“ Zustand. Auch in Erlangen liegt die Kürze also in der Würze.

 

Der gewonnene Wasserstoff könnte der Energieträger der Zukunft sein, entstehen bei seiner Verbrennung doch nur Wasser und Wärme. Anscheinend fehlte bisher auf dem Weg in die erfolgreiche Energiewende einfach das Salz in der Suppe… NISO

 

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