Erstmals resitente Bakterien in Nahrung entdeckt

Lecker und gefährlioch: Calamari Foto: Wikimedia CC 3.0/Warburg

Wettlauf definitiv verloren: Im Kampf gegen immer neue resistente Krankheitserreger büßen Mediziner all ihre Chancen ein. Jetzt entdeckten Wissenschaftler erstmals auch in einem Lebensmittel ein Bakterium, gegen das Antibiotika nicht mehr wirken - in Tintenfischen aus einem chinesischen Laden in Saskatoon fanden sie Pseudomonas.

Die Wissenschaftler der University of Saskatchewan schlugen Alarm. Sie informierten die US-Aufsichtsbehörde des Centers for Disease Control and Prevention. Die veröffentlichte im Fachblatt Emerging Infectious Diseases eine dringende Warnung.

 

Deutsche Mediziner streiten über Schuld an Resistenzbildung

 

Human und Tier-Mediziner in Dutschland streiten derweil weiter, wer für die Lage in den Ställen und nun auch auf unseren Tellern die Verantwortung trägt. Sie sollten zur Verhinderung weiterer Ausbreitungen von multiresistenten Bakterien besser zusammenarbeiten, forderte jetzt der Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt). Hans-Joachim Götz fordert in einem Brief an die Bundesminister für Gesundheit und Landwirtschaft einen „Runden Tisch für lösungsorientierte Diskussionen“, um das Problem anzugehen.

Die Tierärzte jedenfalls wollen nicht länger allein als Schuldige im Kampf gegen die steigende Zunahme multiresistenter Keime verantwortlich sein. Das ist Vorwurf der Humanmediziner: Sie kritisieren ihre Ärzte-Kollegen, weil die in der Tiermast zu viele Antibiotika verschreiben und so die Gefahr immer weiter schürten.

 

Kaum noch Medikamente gegen restitente Bakterien

 

„Es ist allgemein bekannt, dass die von den Ärzten verschriebenen Antibiotika bei bakteriellen Infektionen immer weniger wirksam sind. Im Gegenzug dazu nehmen die Resistenzen der Bakterien weiter zu. Forscher haben als Reaktion auf diesen Trend immer weitere neue und bessere Antibiotika entwickelt“, beschreibt die Nachrichtenagentur Presstext die Situation: „Seit kurzem wird auch das immer schwerer, da weniger neue Behandlungsansätze gefunden werden. Führende Wissenschaftler und Behörden wie die Centers for Disease Control and Prevention warnen davor, dass die Handlungsoptionen geringer werden. Derzeit werden Standardantibiotika gemeinsam mit Medikamenten eingesetzt, die als letzte Alternativen gelten.“

Die so genannten Carbapeneme gelten demnach vielen Wissenschaftlern heute als „die letzte Waffe im Kampf gegen viele Arten von resistenten Bakterien“, schreibt die Agentur. Einige Arten von Bakterien jedoch zeigten bereits auch Resistenzen gegen diese Medikamente. Sie produzierten Enzyme, die Carbapeneme unwirksam machten. Bestes Beispiel für den Wettlauf um die Gesundheit seien die jetzt im Tintenfisch nachgewiesenen Pseudomonas.


pit

 

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