09.04.2019

Gletscher verlieren 9 Billionen Tonnen Eis in nur 50 Jahren

Grafik: ESA, adapted from Zemp et al. (2019) Nature, and data courtesy of World Glacier Monitoring Service

Wer an den Klimawandel denkt, denkt häufig auch an schmelzendes Polareis. Dass der Eisverlust aber nicht nur auf die Polargebiete beschränkt ist, zeigt eine jetzt veröffentlichten Studie der Universität Zürich. Ein internationales Forschungsteam kombinierte glaziologische Feldbeobachtungen mit geodätischen Satellitenmessungen und berechnete Veränderungen der Eisdicke von 19 Gletscherregionen weltweit. Das Ergebnis: Die Gletscher haben zwischen 1961 und 2016 weltweit 9625 Gigatonnen Eis verloren, was einem mittleren globalen Meeresspiegelanstieg von 27 Millimetern über diesen Zeitraum entspricht. Die Ergebnisse wurden im renommiertenWissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlicht.

 

Wie die ESA schreibt, haben die Gletscher in Alaska die größten Verluste an Eis zu verzeichnen, gefolgt von Gletschern am Rande des grönländischen Inlandeises und in den südlichen Anden. Die Gletscher in den europäischen Alpen und im Kaukasus sind zwar ebenso von starken Eisverlusten betroffen, aufgrund ihrer kleinen Fläche haben sie aber nur einen beschränkten Anteil am Anstieg des globalen Meeresspiegels.

 

„Wir können zwar nun klare Informationen darüber liefern, wie viel Eis jede Gletscherregion verloren hat, aber es ist auch wichtig zu beachten, dass der globale Massenverlust von Gletschereis in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen hat. Derzeit verlieren wir jährlich insgesamt 335 Milliarden Tonnen Eis, was einem Anstieg des Meeresspiegels um fast 1 mm pro Jahr entspricht," zitiert die ESA Studienleiter Michael Zemp.

Weiter heißt es: Das einzige Gebiet, das in den letzten 55 Jahren einen Eisanstieg verzeichnete, ist Südwestasien (auf der Karte als ASW vermerkt). Dort ist eine Zunahme von 119 Gigatonnen Eis zu verzeichnen, während die benachbarten südostasiatischen Länder (ASE) etwa die gleiche Menge, 112 Gigatonnen, an Eis verloren haben.

 

Zusammen mit der umfassenden Gletscherdatenbank des World Glacier Monitoring Service konnten die Forscher so die Eisdickenänderungen rekonstruieren. Die Erwärmung des Ozeans ist zwar nach wie vor die Hauptursache für den Anstieg des Meeresspiegels, doch das schmelzende Gletschereis trägt mit 25 bis 30 Prozent zum aktuellen Anstieg bei.

 

Ausführliche Infos gibt es bei der ESA und der Uni Zürich...


red

 

 


Gletscher wachsen und schmelzen in einer Zeitraffer-Animation über Zehntausende von Jahren Credit: NASA/JPL-Caltech

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