30.07.2019

Katalysator für nachhaltiges Methanol

Foto: ETH Zürich /Matthias Frei

Die Verbrennung von fossilen Rohstoffen ist ein wesentlicher Faktor in der derzeitigen Diskussion über die notwendigen Maßnahmen zur Erreichung der im Pariser Klimaabkommen festgelegten Grenzwerte für Treibhausgasemissionen. Seit Längerem werden daher Wege gesucht, Flüssigtreibstoffe und chemische Produkte aus alternativen, nachhaltigen Rohstoffen herzustellen. Diese sind bisher aber nicht über Nischenanwendungen hinausgekommen. Das könnte sich jetzt ändern. Wissenschaftler der ETH Zürich haben nun einen Weg gefunden, Methanol aus CO2 und Wasserstoff herzustellen.

 

Wie der Informatinsdienst Wissenschaft (idw) schreibt, hat die ETH zusammen mit dem französischen Mineralölunternehmen Total eine neue Technologie entwickelt, Methanol effizient aus den beiden Stoffen herstellen zu können. Methanol gilt als Grundchemikalie für Treibstoffe und eine grosse Bandbreite an chemischen Produkten, darunter auch solche, die heute noch auf fossilen Rohstoffen basieren. Ausserdem kann Methanol selbst als Treibstoff zum Beispiel in Methanol-Brennstoffzellen eingesetzt werden.

 

"Heute wird Methanol industriell ausschliesslich aus fossilen Energiequellen gewonnen, mit einem entsprechend hohen CO2-Fussabdruck", sagt Javier Pérez-Ramírez, Professor für Katalyse-Engineering. "Mit unserer Technik benutzen wir CO2 zur Herstellung von Methanol." Dieses CO2 kann aus der Luft gewonnen werden oder – was einfacher und effizienter ist – aus der Abluft von Verbrennungskraftwerken. Auch wenn aus dem Methanol Treibstoffe synthetisiert werden, die man später verbrennt, wird das CO2 rezykliert, also in den Kohlenstoffkreislauf wieder eingebracht und damit der Kreislauf geschlossen.

 

Zur Herstellung des zweiten Ausgangsstoffes, Wasserstoff, wird Elektrizität benötigt. Kommt diese aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne oder Wasserkraft, könne ein nachhaltiges Methanol und andere nachhaltige Chemikalien und Flüssigtreibstoffe hergestellt werden, so die Wissenschaftler.

 

Die Technologie hat anscheinend realistische Marktchancen. Die ETH Zürich und Total haben die Technologie gemeinsam zum Patent angemeldet. Laut ETH plant Total, die Methode möglicherweise in den kommenden Jahren in einer Demonstrationsanlage umzusetzen.

 

Originalpublikation: Nature Communications, 29. Juli 2019, doi: 10.1038/s41467-019-11349-9

Weitere Infos auch bei der ETH Zürich...


red

 

 

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