Leben im Öl: ein bizarrer lebensraum

Pitch Lake auf Trinidad Foto: Wikimedia CC 3.0/Martina Jackson

Pitch Lake auf der Karibikinsel Trinidad: Er ist der größte Natur-Asphaltsee der Welt und schon von außen ein scheinbar lebensfeindlicher Ort. Jetzt aber entdeckten Wissenschaftler im Öl eingeschlossene Wassertröpchfen mit mikrobiellem Leben.

Die Geschichte des „schwarzen Golds“ beginnt vor vielen Millionen Jahren im Meer. Kleinstlebewesen und Pflanzen sterben ab und können nicht zersetzt werden, da es in der Tiefe nur wenig Sauerstoff gibt. Druck und Hitze verwandelten die feste Substanz mit der Zeit zu einer zähen Flüssigkeit. Die treibt als Erdöl heute unsere Motoren an.

 

In Wassertropfen eingeschlossene Bakterien bauen das Öl von innen ab

 

Nicht nur wir Menschen nutzen den energiereichen Stoff aus den Tiefen der Erde. Auch winzige Mikroorganismen zapfen das Erdöl als Energierohstoff an. Bereits bekannt ist, dass Bakterien etwa Ölfilme an der Grenzfläche zu Wasser, wo genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen, abbauen können. Denn im Erdöl sind Kohlenwasserstoffketten, die einfachsten organischen Moleküle. Die bestehen, wie der Name sagt, aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen. In Rohöl finden sich Ketten verschiedener Längen, die beim Raffinieren durch Destillation „sortiert“ werden.

Elf Wissenschaftler, unter anderem vom Helmholtz Zentrum München, der University of the West Indies in Trinidad und Tabago, der Technischen Universität Berlin und der Washington State University fanden heraus, dass es eingeschlossen im Erdöl des Pitch Lake Bakterien gibt: In kleinen Wasserblasen, nur etwa ein tausendstel Liter groß, entdeckten sie mikrobielle Lebensgemeinschaften, die von innen die Kohlenwasserstoffe als Nahrungsquelle nutzen.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen stammen die Tropfen aus großer Tiefe.

 

Neue Möglichkeiten zur Beseitigung von Grundwasserschäden

 

„Der Abbau verändert die chemische Zusammensetzung des Erdöls, schlussendlich kann zähflüssiger Bitumen entstehen, wie in Ölsanden“, berichtet Rainer Meckenstock vom Institut für Grundwasserökologie des Helmholtz Zentrums in München. Was schlecht für die Verwendung des Öls als Energiequelle ist, scheint umso interessanter für weitere Sanierungskonzepte von kontaminiertem Grundwasser. LMR

 

Lesen Sie auch:

 

Peak Oil: Früher als gedacht>

Mit Bakterien zu alternativen Treibstoffen

Amnesty greift Shell und Nigerie wegen Ölpest an

Nora Sophie Greifahn von C2C e. V. Foto: C2C

C2C will „neues Denken voranbringen“

In Berlin eröffnete jetzt der Cradle-to-cradle e. V. die weltweit erste umfassende...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Screenshot: ARD-Video

Alpendämmerung – Europa ohne Gletscher

Die Alpengletscher sind nicht mehr zu retten, wann der letzte Gletscher verschwunden ist, scheint...


Neu im global° blog

Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Screenshot: ARD-Video

Alpendämmerung – Europa ohne Gletscher

Die Alpengletscher sind nicht mehr zu retten, wann der letzte Gletscher verschwunden ist, scheint...


Foto: DZ-4 GmbH

Der Solarboom kommt

Der richtige Solarboom kommt erst noch: Warum aktuelle Trends für eine Revolution im deutschen...


Folgen Sie uns: