Lebensmittel: Ampel hilft bei Auswahl

"Lebensmittel-Ampel" Grafik: Pressstelle Uni Göttingen

Die Ampel schützt: Insbesondere zum Jahresbeginn achten Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Wahl von Lebensmitteln vermehrt auf Kalorien, Zucker und Fett. Die Nährstoff-Ampel auf der Verpackung gibt dabei Orientierung. Allerdings bestehen Zweifel, ob solche Kennzeichen Verbrauchern tatsächlich bei der Wahl gesünderer Lebensmittel helfen und welche Formate dafür am besten geeignet sind.

Deshalb wurden jetzt Wissenschaftler Göttinger Georg-August-Universität aktiv. Ihre Studie kam zum Ergebnis, "dass Ampelkennzeichen, die Farbkodierung mit Nährwertangaben verbinden, vielen Konsumenten am besten helfen, gesündere Kaufentscheidungen zu treffen". Ihre Studie erschien in der Fachzeitschrift Nutrition Reviews.

 

Ohne Zeitdruck nutzen Verbraucher die "Ampel" zur Information

 

Die Forscherinnen und Forscher der Professur Marketing mit dem Schwerpunkt Konsumentenforschung untersuchten, welche persönlichen und situativen Faktoren die Verarbeitung von Nährwertinformationen beeinflussen. Dafür berücksichtigten sie 4.780 veröffentlichte Fachartikel, von denen sie 59 systematisch auswerteten. Anschließend analysierten sie, was die gewonnenen Erkenntnisse für verschiedene Nährwertkennzeichen-Formate bedeuten. Bei ihrer Analyse wendeten sie so genannte Zwei-Prozess-Theorien der Informationsverarbeitung an. Diese Theorien formulieren Kriterien, wann Personen ihrer Intuition folgen und wann sie gründlich nachdenken, um eine Entscheidung zu fällen.

„Unsere Studie belegt, dass die Wirksamkeit von Nährwertkennzeichen von der jeweiligen Einkaufssituation abhängt“, fasst Steffen Jahn zusammen, der gemeinsam mit Setareh Sanjari und Professorin Yasemin Boztuğ für die Untersuchung verantwortlich war. Motivierte Verbraucher ohne Zeitdruck nutzen demnach detaillierte Informationen, um gesündere Kaufentscheidungen zu treffen. „In der Mehrheit der Fälle möchten die Menschen aber keine aufwendigen Vergleiche anstellen oder gar Kopfrechnen. Es gibt nicht die perfekte Kennzeichnung, aber Ampelkennzeichen erleichtern die Informationsverarbeitung und sind daher in vielen Einkaufssituationen das wahrscheinlich am besten geeignete Format“, so der Wissenschaftler.


red

 

 

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