13.03.2019

Luftverschmutzung verkürzt das Leben der Europäer

Foto: Storm Crypt / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Derzeit gibt es hitzige Diskussionen über Stickoxide, Feinstaub und Dieselfahrverbote. Und trotzdem wird die Gesundheitsgefahr durch Luftverschmutzung deutlich unterschätzt. Das behaupten Wissenschaftler um Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie, und Thomas Münzel, Professor an der Universitätsmedizin Mainz. Sie haben eine Neubewertung der Gesundheitsrisiken durch Luftschadstoffe durchgeführt und kommen zum Ergebnis, dass Luftverschmutzung die durchschnittliche Lebenserwartung der Europäer um rund zwei Jahre verringert.

 

In der Pressemeldung der Max-Plank-Gesellschaft heißt es, dass laut der Studie weltweit jährlich etwa 120 Menschen pro 100.000 Einwohner vorzeitig an den Folgen von verschmutzter Luft sterben, in Europa sogar 133 und damit mehr als im globalen Durchschnitt. In mindestens der Hälfte der Fälle sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des "European Heart Journals" veröffentlicht worden. Die Mainzer Forscher korrigieren damit jüngste Berechnungen wie die des Global Burden of Disease (GBD), einer weltweiten Gesundheitsstudie, deutlich nach oben.

 

„Da die GBD-Studie, 41 umfangreiche Fallgruppenstudien aus 16 Ländern, inklusive China, berücksichtigt, bietet sie die beste derzeit verfügbare Datengrundlage“, sagt Jos Lelieveld.

„Unsere Ergebnisse zeigen eine viel höhere Krankheitsbelastung durch Luftverschmutzung als bisher angenommen“, sagt Münzel, der auch Initiator der Stiftung Mainzer Herz ist. „Luftverschmutzung muss als wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor anerkannt werden, da sie im Körper zusätzliche Schäden durch Diabetes, Bluthochdruck und hohe Cholersterinwerte verursacht. Jetzt ist es noch dringlicher geworden, die Belastung durch Feinstaub weiter zu senken und die Grenzwerte anzupassen. Zudem muss Feinstaub als Verursacher von Herzkreislauferkrankungen stärker in den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in den Vordergrund gerückt werden.“

Die Wissenschaftler plädieren für den Ersatz fossiler Energieträger zur Energiegewinnung, da ein Großteil des Feinstaubs und anderer Luftschadstoffe aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe stamme. Dadurch könne nicht nur die Pariser Vereinbarung erfüllt, sondern auch die von Luftverschmutzung verursachte Sterberate in Europa bis zu 55 Prozent verringert werden.

 

Ausführliche Infos findet man auf der Seite der Max-Planck-Gesellschaft

Die Studie steht im "European Heart Journals"


red

 

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