Polarwirbel wühlt das globale Klima auf

Darstellung: Thomas Reichler

In 30 Kilometern Höhe rast der Polarwirbel um die Arktis und vor der Südspitze Grönlands stürzen jede Sekunde Millionen Liter Salzwasser in die Tiefe. Was hat das miteinander zu tun?

 

Das in die Tiefe stürzende Salzwasser ist für den Golfstrom und damit für unser Klima in Nordwesteuropa wichtig; eine kleinere Erwärmung oder Abkühlung der Atmosphäre über dem Nordatlantik kann diese Wärmepumpe schon beeinflussen.

 

Der Polarwirbel in der Stratosphäre rast relativ konstant mit ca. 130 km/h gegen den Uhrzeigersinn um die Arktis. Etwa alle 2 Jahre heizt sich die untere Stratosphäre innerhalb weniger Tage um bis zu 50 Grad Celsius auf (Normaltemperatur ca. -70°C). Das führt dazu, dass der Wirbel instabil wird und zusammenbricht und die Windströmung die Richtung wechselt; was bis zu 2 Monate dauern kann. Bisher ging man davon aus, dass dieser Richtungswechsel nur die tiefer gelegene Troposphäre beeinflusst.

 

Foto: Wikipedia

Ein Team um den Wissenschaftler Thomas Reichler von der University of Utah in Salt Lake City hat nun eine überraschende Entdeckung gemacht – die Auswirkungen des Polarwirbels reichen direkt bis 2 km Tiefe ins Meer und verändern dadurch die thermohaline Zirkulation (ein Kreislauf von Meeresströmungen zwischen 4 Ozeanen). Diese hat einen natürlichen Rhythmus von zehn Jahren, in dem sie mal stärker und mal schwächer wird. "Die Stärke der stratosphärischen Zirkulation korrespondiert deutlich mit den Veränderungen der Meeresströmungen im Nordatlantik", zitiert spektrum.de Thomas Reichler, "damit konnten wir erstmals zeigen, dass es eine direkte Verbindung zwischen Stratosphäre, Troposphäre und Ozean gibt".

 

Da der Ferntransport des abgesunkenen Tiefenwassers von globaler Bedeutung ist, haben mengenmäßige Veränderungen auch weltweite Folgen für das Klima und die Ozeane – ein Effekt, der bei zukünftigen Klimamodellen wohl berücksichtigt werden muss.

 

Screenshot: ARD-Video

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