Qualmen im Auto: Kinder sitzen in Feinstaub-Wolke

Foto: BBC

Rauchende Autofahrer gefährden mitfahrende Kinder: Wissenschaftler der schottischen Universität in Aberdeen zeigen in einer Studie, dass Rauchen im Auto zu einer Feinstaubbelastung führt, welche weit über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Werten liegt. Auch offene Fenster oder Klimaanlage helfen da nichts. Eine große Gesundheitsgefahr stellen die Werte vor allem für Kinder dar.

 

Die Studie zeigt, dass schon eine Zigarette bei offenen Fenstern den von der WHO empfohlenen Höchstwert von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) deutlich überschreitet. Die Wissenschaftler schnallten das Messgerät auf den Rücksitz, wo normalerweise meist die Kinder sitzen. Laut BBC fuhren sie damit 85 Fahrten, die jeweils zwischen 10 Minuten bis zu einer Stunde dauerten. Bei 49 dieser Touren rauchte der Fahrer 4 Zigaretten. Hierbei stieg die Feinstaubbelastung auf 85 µg/m3 an. Im Wagen der Raucher war die Luft also dreimal dicker als von der WHO empfohlen.

 

Rauchverbot in Autos

 

Dr. James Cant, Leiter der britischen Lungen-Stiftung betont die Wichtigkeit der Studie, denn die Lunge von Kindern sei sehr anfällig für Passivrauch. Auch Studienmitarbeiterin Brenda Field, hofft, dass die Studie die Menschen wach rüttelt: „Es rauchen immer noch 15 Prozent der Engländer in Anwesenheit ihrer Kinder im Auto.“

 

Auch in Deutschland machen immer wieder Experten auf dieses Problem aufmerksam. So forderte die Bundestagsabgeordnete Sabine Bätzing 2007 bereits ein Rauchverbot in Autos . Das stieß auf vehementen Widerspruch, denn das Auto sei immer noch Privatsphäre. Da ist es vielleicht doch besser, mittels Appell an die Leute heranzugehen, so wie Dr. James Y. Paton von der Universität Glasgow: „Rauche nicht, wenn Kinder im Auto sind. Erlaube Ihnen nicht, mit jemandem mitzufahren, der im Auto raucht. Das schadet der Lunge.“

 

 

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