Ärzte recyceln gebrauchte Herzschrittmacher

Foto. Pixabay CC/PublicDomain/sasint

Recycling kann Leben retten: Mexikanische Ärzte verpflanzen gebrauchte Herzschrittmacher verstorbener Patienten. Mit den recycelten medizinischen Geräten verlängern sie das Leben von Patienten, die zu arm sind, sich einen solchen Eingriff leisten zu können.

Im Fachblatt der European Society of Cardiology berichten sie von ihren erfolgreichen Operationen. Die Studie stellten sie auch auf dem 30. mexikanischen Ärztekongress in Guadalajara vor.

 

Armut hindert viele Mexikaner, gesund zu lerben

 

Die Mediziner um Carlos Gutiérrez vom General Hospital of Mexico "Dr. Eduardo Liceaga" in der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes entnahmen zunächst etwa 150 verstorbenen Herzpatientern ihre Taktgeber. Sie sterilisierten die Geräte, testeten ihre Funktionstüchtigkeit und prüften vor allem die noch verbliebene Lebensdauer der eingebauten Batterie für die Stromversorgung der Herzschrittmacher. Die musste noch mindestens sechs Jahre betragen, damit die Ärzte die Geräte neuen Patienten in deren Brust pflanzten, um ihr Leben zu verlängern, berichtet aktuell Environmental News Network (ENN) vom mexikanischen Medizinertreffen.

 

Herzschrittmacher Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Falco

Derlei Recycling macht Sinn. Laut ENN hat fast die Hälfte der Menschen im Land kaum Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung. Vieler besitzen keine Krankenversicherung, fast die Hälfte lebt in Armut. Vor diesem sozialen Hintergrund wird deutlich, dass eine lebensverlängernde Hilfe - wie die Implantation eines Schrittmachers - für die meisten Mexikaner außer Reichweite liegt. Das wollen die Ärzte mit ihrer Aktion ändern, denn die gebrauchten Geräte sind günstiger.

Statt sie zu entsorgen, sollen sie daher künftig weitere Leben retten.


pit

 

 

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