Rheines Wasser: Extremsport und Wissenschaft

Foto: Hochschule Furtwangen, Projekt Rheines Wasser

Professor Dr. Andreas Fath durchschwimmt ab 28. Juli den Rhein von der Quelle bis zur Mündung und zieht dabei Gewässerproben. Neben den sportlichen und wissenschaftlichen Herausforderungen, bedeutet das 1230 Flusskilometer in 28 Etappen alleine zu schwimmen, nur in Begleitung eines Motorbootes, dass ihn nach hinten absichert und einem Kajak, das vorausfährt, um ihn vor Felsen und anderen Gefahrenstellen zu warnen. Zusätzlich will er auf diese Weise Sponsoren aufmerksam machen und Geld für ein Analyse-Großgerät in die Hochschulkasse bringen - immerhin geht es um 100 000 Euro.

 

„Ein bisschen verrückt bin ich schon“, lacht Andreas Fath, Professor für Physikalische Chemie und Analytik mit dem Schwerpunkt Umwelttechnik an der Hochschule Furtwangen (HFU). Seit den 1980er Jahren bereitet er, der Langstreckenschwimmen erfolgreich als Leistungssport betreibt und 2012 in seiner Altersklasse Deutscher Meister wurde, sich intensiv auf das Rheinschwimmen vor.

 

„Ich fühle mich im Wasser sehr wohl, da gibt es keine Ablenkungen und man kann wunderbar nachdenken,“ sagt er in einem Radiointerview. Mit seinem Projekt „Rheines Wasser“ will er herausfinden, wie es um die Güte des Flusswassers von den Alpen bis zur Nordsee bestellt ist. Dabei wird er von Studierenden der Hochschule Furtwangen sowie Partnern vom Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe, dem Alfred-Wegener-Institut auf Helgoland, der Universität Bayreuth, der Schweizer EAWAG und dem niederländischen Wetsus Institut begleitet.

 

Foto: Hochschule Furtwangen, Projekt Rheines Wasser

Die täglich beim Schwimmen gezogenen Wasserproben werden unter anderem auf Industriechemikalien, Hormone, Antidepressiva, Süßstoffe, Antibiotika, Schmerzmittel, Drogen, Krankheitserreger und Mikroplastik untersucht. Zudem misst das Projektteam Fließgeschwindigkeit, pH-Wert, Leitfähigkeit und die Temperatur des Flusswassers.

 

„Wir erwarten uns zahlreiche neue wissenschaftliche Erkenntnisse“, erkärt Andreas Fath, „so etwa zur Frage, inwiefern das Rheinwasser von der Quelle bis zur Nordsee durch Mikroplastik-Abfälle belastet wird.“ Ergebnisse von Schnelltests der Rhein-Vermessung werden Andreas Fath und das Projektteam bereits während des Schwimmens vorlegen. Ausfürhliche Ergebnisse gibt es dann voraussichtlich im November.

 

global° wird das Projekt verfolgen und weiter darüber berichten. Wer es selbst verfolgen will, kann das unter www.rheines-wasser.eu tun. Aktuelle Infos gibt es auch auf Facebook und bei Twitter.