27.06.2019

Roboter soll Plastikmüll vom Meeresgrund aufsammeln

Screenshot: Video

Laut Angaben der Deutschen Umwelthilfe landen Rund 10 Millionen Tonnen Plastikmüll jährlich in den Ozeanen. Projekte für das einsammeln des Plastik an der Oberfläche gibt es inzwischen einige. Italienische Wissenschaftler der Elite-Universität Scuola Superiore Sant’Anna di Studi Universitari e di Perfezionamento aus Pisa haben einen Roboter entwickelt, der Plastikmüll vom Meeresgrund aufsammeln soll. Das wäre ein erster Versuch, die Ozeane auch jenseits der Wasseroberfläche zu säubern.

 

Wie ingenieur.de berichtet, startete am Internationalen Tag des Meeres, dem 8. Juni, Silver 2 seine erste Mission. Ein y-förmiger Körper, mit Kameraobketiven ausgerüstet und getragen von 6 Beinen mit großen Gelenken: So präsentierte sich der Roboter erstmals erfolgreich in einem geschützten Hafenbereich vor der italienischen Küste nahe der Stadt Livorno. Dank seiner krabbenartigen Bauweise kann der Roboter über den Meeresgrund laufen, wobei er derzeit Foto- und Filmaufnahmen anfertigt.

 

 

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Der Name "Silver" steht für „Seabed Interaction-Legged Vehicle for Exploration and Research“, übersetzt etwa „laufendes Meeresboden-Interaktionsfahrzeug für Erkundung und Forschung“. Die erste Version des Roboters wurde 2018 entwickelt, damit Biologen, Geologen, Filmemacher, Fotografen und Unterwasserarchäologen den Meeresboden sowie Flora und Fauna unter Wasser erkunden können, heißt es auf ingenieur.de. Silver 2 enthält dieselbe Technik wie sein Vorgänger, soll künftig aber Plastik und Mikroplastik im Wasser identifizieren und herausfiltern können. Darüber hinaus soll er dann, ausgerüstet unter anderem mit ein Arm zum Greifen, Plastikflaschen, Beutel und anderen Müll einsammeln. Er kann bis zu 200 Meter tief tauchen und dabei auch niedrigen Temperaturen standhalten. Der Roboter soll in Zukunft in der Lage sein, sich an unbekannte Umgebungen auf dem Meeresgrund anzupassen.

 

Silver 2 ist übrigens nicht autonom unterwegs, sonder wird ferngesteuert. Zwischen den Forschern an Land und dem Roboter auf dem Meeresboden ist eine Boje zwischengeschaltet, die an der Wasseroberfläche schwimmend, den Datenaustausch ermöglicht. Bis er tatsächlich Plastik am Meeresboden einsammeln kann, sind weitere Entwicklungen und noch viele Test-Tauchgänge notwendig.


hjo

 

 


BlueResolution_Livorno

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